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Blumengroßmärkte: Umsätze gut – uneuphorisch

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Das Weihnachtsgeschäft lief auf den Blumengroßmärkten (BGM) zufriedenstellend. Eigentlich sogar sehr gut, wenn man auf die Zahlen des BGM Köln blickt. In der Woche vor dem Heiligabend lagen die jeweiligen Tagesumsätze bis zu acht Prozent über denen des Vorjahres. Und doch nutzt der Kölner BGM-Geschäftsführer Raimund Korbmacher die Vokabel „lauwarm“, um das Geschäftsklima zu umschreiben.

Gewachste Amaryllis wurden von den Verbrauchern stark nachgefragt und brachten kräftige Farben in die Weihnachtsdekoration. Foto: Klaus Bengtsson/BGM Hamburg

Weihnachtsgeschäft zurückhaltend beurteilt

Solche zurückhaltenden Beurteilungen kommen auch von anderen Blumengroßmärkten. „Untypische Saison, es läuft alles, aber es gibt keinen Druck“, erklärt Herbert Kettermann vom BGM Dortmund. „Es fühlt sich mühsam an, wir vermissen die Euphorie“, urteilt der Geschäftsführer des Blumen- und Zierpflanzengroßmarkts Rhein-Main (BZG), Michael Schoser, aus Frankfurt am Main.

„Keine Vorfreude, wenig fröhliche Gesichter“, hat Felix Glück vom BGM in Karlsruhe beobachtet. Gert Hieber aus Stuttgart spricht von einer „lustlosen Vorsicht“. Man könnte zusammenfassen: Die guten Umsatzzahlen schlugen sich nicht in der Stimmung nieder.

Umsätze von 2017 werden getoppt

„Wir werden die Umsätze aus 2017 sicher überschreiten“, meinte Raimund Korbmacher schon fünf Tage vor Heiligabend – also bevor der Schnittblumenverkauf noch einen weiteren Schub brachte. Und auch die Aussagen von Peter René Hecker vom BGM Düsseldorf waren durchweg positiv und wurden von den anderen BGM in der Tendenz bestätigt.

„Weihnachtssterne: Absatz besser als im Vorjahr bei leicht gestiegenen Preisen (plus fünf Prozent). Helleborus: Rund zehn Prozent mehr Umsatz bei Preisen wie 2017. Hypericum und Skimmia: In Rot sehr guter Absatz, ebenso beim Beiwerk Ilex und Misteln, Eucalyptus absoluter Topseller.“

Weihnachtskränze: Nordmanntanne schlägt Nobilistanne

Klaus Bengtsson vom BGM Hamburg berichtet, dass bei den Kränzen „die Nordmann- gegenüber der Nobilistanne gewonnen hat“. Unter der sommerlichen Trockenheit hätten vor allem „Fichte und Douglasie gelitten“, sie zählten in diesem Jahr zu den Verlierern. Bei den Weihnachtsbäumen sei „die Qualität einwandfrei“ gewesen und das Geschäft zufriedenstellend.

Bei den Schnittblumen liefen vor allem die Farben Rot und Weiß „zu guten Preisen, andere Farben zu geringeren Preisen“, erklärt Klaus Bengtsson. Peter René Hecker bestätigt diese Farb- und Preisgestaltung. Weitgehender Gleichklang auch bezogen auf Schnitt-Amaryllis. In Hamburg wird von „geringerer Nachfrage als 2017 und günstigen Preisen“ gesprochen, in Düsseldorf von „gutem Absatz bei wesentlich niedrigeren Preisen“.

Mistelzweige für bis zu 150 Euro das Stück

Besonders gut nachgefragt wurden ausgesprochene Fachgeschäftsprodukte. Klaus Bengtsson nennt „Mistelzweige, die als Bunde aber auch einzeln in Preisklassen von zehn bis 150 Euro das Stück“ gehandelt wurden. Der Absatz dieser Brauchtumsware „beginnt zum Buß- und Bettag und läuft bis Weihnachten“.

In Karlsruhe verweist Felix Glück auf „an Haselnussstöckchen gebundene Bäumchen“ von rund 50 Zentimetern, die Outdoor, etwa auf Friedhöfen, platziert werden. Solche Brauchtumsprodukte oder große Mistelzweige findet der Fachhandel nur auf den Blumengroßmärkten und kann damit Standardangebote ergänzen.

Poinsettien & Co: Geschäft lief zäh

Bei weihnachtlichen Standardprodukten wie Amaryllis, Helleborus und Weihnachtssternen hat die Aussage von Raimund Korbmacher (BGM Köln) in unserer Umfrage in der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte eine gewisse Allgemeingültigkeit: „Der Absatz von Weihnachtssternen lief zäh, zum Schluss waren sie aber doch ausverkauft“.

„Bei den Sternen gab es nur noch Reste, gute Umsätze zu guten Preisen erzielten unsere Erzeuger bei Helleborus“, resümiert Herbert Kettermann (BGM Dortmund). Ebenfalls „nur noch Reste“ hatte der BZG in Frankfurt am Main bei Poinsettien, besonders gefragt waren „die Farben Weiß und Rosa, Ampeln und Hochstämmchen kamen zu spät“.

Christrosen litten unter Überangebot

Vom BGM Hamburg meldet Klaus Bengtsson mit Blick auf Poinsettien und Helleborus: „Gute Saison für Sterne, weitgehend alles geräumt, große Ware wurde besonders nachgefragt, Preise wie im Vorjahr. Christrosen litten unter einem Überangebot“. Gert Hieber aus Stuttgart betont: „Bei gewachsten Amaryllis sind viele Floristen skeptisch, doch die Verbraucher verlangen sie in Massen“.

Wie die Vermarktungsorganisationen Landgard, Veiling Rhein-Maas und Plantion das Weihnachtsgeschäft 2018 beurteilen, lesen Sie in der TASPO 02/2019.