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Blumengroßmarkt Stuttgart: Gärtner-Genossenschaft vor Auflösung

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Die Zukunft des Blumengroßmarkts in Stuttgart wird ab 2021 von der „Märkte Stuttgart GmbH“ bestimmt. Darauf einigten sich die Genossenschaftsmitglieder der Blumengroßmarkt Stuttgart eG in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit der erforderlichen Drei-Viertel-Mehrheit. Die Entscheidung ist gleichbedeutend mit der Auflösung der Gärtner-Genossenschaft, die die Geschäfte 51 Jahre lang erfolgreich leitete.

Beim Blumengroßmarkt Stuttgart ist künftig die kommunale „Märkte Stuttgart GmbH“ am Ruder. Foto: BGM Stuttgart

Anbieter müssen Einzelmietverträge mit „Märkte Stuttgart GmbH“ schließen

Die Anbieter des Blumengroßmarkts müssen nun Einzelmietverträge mit der „Märkte Stuttgart GmbH“ abschließen. Für die Kunden und ihren Einkauf auf dem Blumengroßmarkt soll sich nichts ändern, hieß es in ersten Stellungnahmen. Vorausgegangen waren jahrelange Verhandlungen zwischen der Gärtner-Genossenschaft und dem kommunalen Unternehmen. Dabei ging es zentral um eine von der Genossenschaft errichtete Ladehalle und die Kosten für deren Renovierung. Vorgelegt von der Genossenschaft wurde ein Gutachten, das den Wert der genossenschaftlichen Immobilien auf dem städtischen Gelände auf die Summe von 3,8 Millionen Euro fixierte. Ein zweites Gutachten, vorgelegt von der „Märkte Stuttgart GmbH“, nannte die Summe von 420.000 Euro.

Gärtner-Genossenschaft stimmt neuem Angebot zu

Da es zu keiner Einigung kam, leitete das kommunale Unternehmen eine Räumungsklage ein. Der Fall landete vor dem Landgericht Stuttgart, später vor dem Oberlandesgericht. Die Richter folgten in beiden Fällen der Argumentation der „Märkte Stuttgart GmbH“. Vor dem Oberlandesgericht wurde vom Richter die Summe von 1,2 Millionen Euro für die genossenschaftlichen Immobilien als möglicher Kompromiss genannt. Die Höhe war zuvor von Vertretern der Genossenschaft und dem städtischen Unternehmen verhandelt worden. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts wurde diese Kompromisssumme von der „Märkte Stuttgart GmbH“ zurückgezogen und ein neues Angebot vorgelegt – nun mehr nur noch 360.000 Euro, also deutlich weniger als die im eigenen Gutachten genannte Summe. Diesem Vorschlag wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Genossenschaft am 2. November zugestimmt.

Weichen für Blumengroßmarkt Stuttgart gestellt

Die neue Miethöhe soll 2,24 Euro unter der an die Genossenschaft gezahlten Miete liegen. Allerdings wurden von der Genossenschaft zahlreiche Marketing-Maßnahmen für die Anbieter durch die Mieteinnahmen finanziert. Ob und welche Werbeaktivitäten auch von der „Märkte Stuttgart GmbH“ realisiert werden, ist aktuell im Detail unbekannt. Die Weichen für den Blumengroßmarkt Stuttgart sind also gestellt – wo der Zug hinfahren wird, ist aber ungewiss.

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