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Blumia: Franchise für Floristen

Sie sind zwischen 40 und 60 Quadratmeter groß, mit einem ansprechenden Ladenbau ausgestattet und bieten ein Sortiment auf mittlerem bis hohem Qualitätsniveau zu konkurrenzfähigen Preisen: So sieht Blumia, das neue Schwesterkonzept zur Blume 2000, aus. Aber anders als dieses setzt Blumia auf eine höhere Qualitätsschiene, die sich sowohl im Sortiment als auch bei den Mitarbeitern niederschlägt: Es sollen Fachkräfte, Floristen sich als Franchisenehmer verwirklichen können. Herzstück des Konzepts ist die Mischung aus kreativem Freiraum und sinnvollen Standards. Der Florist als Inhaber soll sich ganz auf seine Kernkompetenz konzentrieren können. Entwicklung, Beschaffung von Sortimenten, moderner Ladenbau und technische Abwicklung deckt die Blumia-Zentrale ab. Dahinter steht die Blumia GmbH, Schwesterunternehmen der Blume 2000, die wiederum im mehrheitlichen Besitz der Familie Herz (Tchibo) ist.

Standardware neben individueller - ein geschicktes Konzept, das die Vorteile eines Systemanbieters mit der Kreativität des inhabergeführten Fachgeschäftes zu vereinen sucht. Die Übergabe der Läden erfolgt schlüsselfertig, hieß es auf der IPM, wo sich Blumia erstmals präsentierte. Wie die Blume 2000 sollen die Blumia-Filialen in Einkaufszentren, Citylagen/Fußgängerzonen angesiedelt sein. Es gibt bisher sieben an der Zahl, die ihren Probelauf erfolgreich durchlaufen haben.

Die Weichen sind nun auf Expansion gestellt: Gesucht sind Floristen, die Blumia-Filialen als Franchisenehmer übernehmen wollen. Der Florist arbeitet auf eigene Rechnung, ist selbständiger Unternehmer, kann aber die Standards der Systemzentrale nutzen. Zum Beispiel muss er sich um Einkauf und Entwicklung der Sortimente im Wesentlichen nicht kümmern. Die Sortimente kommen aus einer Hand, über die Zentrale. Ein bedarfsgerechter "freier" Zukauf soll aber möglich sein. Für Blumia-Hartware wird, wie auch bei Blumen und Pflanzen, ein anderes Sortiment geordert als für die Blume 2000.

Klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Mehr Zeit für den Kunden und die Entfaltung der floristischen Kreativität, denn das Sträußebinden, die Hochzeits-oder Trauerfloristik sind wesentliche Bestandteile des am Fachhandelsniveau orientierten Blumia-Konzepts. Es ist die Mischung aus standardisiertem und individuellem Angebot, die für "Einzelkämpfer" sonst schwierig zu schultern ist, mit einem Filialbetreiber im Hintergrund aber möglich erscheint. So werden Fertigsträuße auf mittlerem Qualitätsniveau geliefert, individuelle Fertigsträuße oder den Strauß nach Kundenwunsch erstellt der Florist aber selbst.

Die Blumen- und Pflanzenware soll aus dem europäischen Umland, und auch aus deutschen Anbaugebieten wie Nordwest oder Vierlanden kommen.

Ein eigener Zukauf soll je Warengruppe von 20 Prozent möglich sein. Dies soll zum einen die regionale Herkunft der Waren abdecken, zum anderen genügend Spielraum für die floristische Kreativität geben. Ziel soll sein, den Floristen vom morgendlichen Großmarkteinkauf zu entlasten. Der Boutiquebereich, zum Beispiel Korbwaren, Glas und Keramikartikel, ist auf einem Arenatisch und an der Rückwand floristisch präsentiert. Die Themen wechseln, von der Zentrale vorgegeben, in regelmäßigen Abständen. Der Florist bestimmt lediglich die Mengen.

Interessenten für das Blumia-Konzept gibt es bereits reichlich: Über 250 Gespräche konnte der Anbieter am IPM-Stand verzeichnen. Wieviele Läden tatsächlich eröffnet werden, hängt allerdings in erster Linie von einer geeigneten Standortfindung in den einzelnen Städten ab. In Kleinstädten sind Innenstadtlagen zwingend, in Großstädten dürfen es auch Randlagen sein. Voraussetzung ist ferner ein getätigter Umsatz von etwa 250.000 und 300.000 Euro. Zu 80 Prozent sollen die Läden im Franchise betrieben werden, zu 20 Prozent in Eigenregie. Man sei noch dabei, das Konzept zu entwickeln. Gerade werde das Franchise-Handbuch geschrieben. Die Höhe der Franchise- und Einstiegsgebühr steht noch nicht fest.