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BMEL fördert biologischen Pflanzenschutz im Gartenbau

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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will mit einem neuen Förderprogramm den Umwelt- und Pflanzenschutz zusammenbringen. Dafür fördert das Ministerium 27 innovative Vorhaben im Bereich Gartenbau mit insgesamt 18,4 Millionen Euro.

Beide Verbundvorhaben wollen Verfahren entwickeln, um die Kirschessigfliege zu bekämpfen. Foto: Melani Marfeld/ Pixabay

„Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren und Ernte sichern“

Um im Sinne des Umweltschutzes die Erforschung und Entwicklung nicht-chemischer Pflanzenschutzmittel voranzubringen, investiert das BMEL in 27 innovative Vorhaben im Bereich Gartenbau insgesamt 18,4 Millionen Euro. Die ersten Förderbescheide über 1,6 Millionen Euro übergab Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner passend zum diesjährigen Internationalen Jahr für Obst und Gemüse an die Verbundvorhaben ParaDrosu (rund 730.000 Euro) und HOPE (rund 843.000 Euro). „Unser Ziel ist, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer weiter zu reduzieren und gleichzeitig Ernten zu sichern. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Forschung im Bereich biologischer Alternativen. Diese bringen wir mit dem aktuellen Förderprogramm weiter intensiv voran. So wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich, so viel wie nötig – darum geht es mir. Mit Augenmaß und auf Basis von Fakten und wissenschaftlicher Erkenntnisse“, sagte Klöckner bei Bekanntgabe der Übergabe der Förderbescheide.

ParaDrosu: biologische Regulierung der Kirschessigfliege

Beim Verbundvorhaben ParaDosu setzt man auf ein „mitdenkendes“ Pflanzenschutzverfahren. Hierbei kommen Schlupfwespen gezielt zum Einsatz. Diese Schlupfwespen lokalisieren die Tönnchenpuppen der Kirschessigfliege effizient, befallen sie und töten sie schließlich ab. Bei ausreichender Anwendung der Nützlinge sollen die Populationen des Schädlings langanhaltend über die Saison hinweg niedrig gehalten werden. Bei der Regulierung der Kirschessigfliege gebe es hierzulande noch kein vergleichbares Verfahren, welches auf dem Einsatz heimischer Nützlinge basiert. An diesem Projekt sind das Julius-Kühn-Institut (JKI) als Koordinator mit seinen Instituten für Biologischen Pflanzenschutz und Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau, die Hochschule Geisenheim, die Katz Biotech AG und eine Reihe von Praxisbetrieben in Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beteiligt.

HOPE: holistisches Formulierungsverfahren

Beim Verbundvorhaben HOPE steht die Entwicklung von Formulierungen für den biologischen Pflanzenschutz von Heidelbeeren im Fokus. Man wolle ein sogenanntes „Attract & Kill“ Verfahren für die Bekämpfung von Käferlarven, die die Pflanzenwurzel schädigen, entwickeln. Ein Granulat soll hierbei produziert werden, durch das Käferlarven angelockt werden. Durch einen darin formulierten spezifischen insektenpathogenen Pilz sollen diese Larven dann abgetötet werden. Innovativ sei hier der Anspruch, eine effektive Sprühapplikation auf der Basis einer neuartigen Virusformulierung gegen die Kirschessigfliege zu entwickeln. An diesem Projekt sind die Fachhochschule Bielefeld als Koordinator, die BIOCARE Gesellschaft für biologische Schutzmittel, die Geohumus GmbH, das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie, die Technische Hochschule Mittelhessen, sowie der Spargel und Beerenanbau Winkelmann GmbH & Co. KG aus Rahden beteiligt.

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