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Bonsai-Zucht: „Wir haben uns auf heimische Bäume spezialisiert“

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Die Bonsaiwerkstatt in Düsseldorf hat sich seit über drei Jahrzehnten der Anzucht und Gestaltung von anspruchsvollen Bonsais verschrieben. Einige ihrer kunstvoll gezogenen Formgehölze werden noch bis zum 30. Mai in der vierten BUGA-Hallenschau in Erfurt präsentiert. Im Gespräch mit der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft verrät Bonsaiwerkstatt-Gründer Werner M. Busch, welche Vorteile heimische Bäume haben und worauf es bei Ausstellungen ankommt.

Für „außergewöhnliche Solitärbonsais in verschiedenen Gattungen, Formen und Gestaltungsarten in überragender Qualität“ wurde Werner M. Busch mit seiner Bonsaiwerkstatt auf der Bundesgartenschau in Erfurt mit einer Großen Goldmedaille ausgezeichnet. Foto: DBG

Was zeichnet Ihre Exponate besonders aus?

Wir haben uns auf die Bonsai-Zucht von heimischen Bäumen spezialisiert. Bonsai-Kunst wird auf der ganzen Welt betrieben, man zieht natürlich auch japanische Bäume in Europa, aber die Bonsais, die wir anbieten, sind robuster, unter unseren klimatischen Bedingungen unempfindlicher. Sie haben wenig Probleme mit Frost oder trockener Luft. In Japan herrscht eine viel höhere Luftfeuchtigkeit. Wenn man an die drei heißen, trockenen Sommer in Deutschland denkt: Da hätten wir viel mehr Arbeit mit japanischen Gehölzen gehabt.

Was war kompliziert an der Bonsai-Schau, gab es Hürden für Aussteller?

Nein, nicht wirklich, aber wir hatten dieses Mal wenig Platz. Bonsai brauchen eine Einzelstellung, damit jeder Baum auch wirken kann. Das deutsche Sprichwort „Man sah den Wald vor lauter Bäumen nicht“ passt wohl… Zudem waren die etwas lauten Hortensien nicht der ideale Hintergrund, vor dem man Bonsai fotografieren kann. Farbe lenkt ab. Die Aufstellung so hin zu bekommen, sodass auch eine gute Wirkung für jedes Formgehölz entsteht, das war die größte Herausforderung.

Wie werben Sie mit den Medaillen?

Wir sind stolz, dass wir dieses Mal erneut eine Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft gewonnen haben. Es ist immer ein bisschen wie im Sport: Wer bekommt die kostbarsten Medaillen, die Großen Goldmedaillen? Wir sind seit 35 Jahren professionell auf dem Markt und das zeichnet uns aus. Unsere heimischen Bonsais konnten schon 35 Jahre wachsen. Ein Vorteil vor unseren Mitbewerbern, die damals gar nicht die Chancen der heimischen Gehölze gesehen haben. Wir werden das Ergebnis an die Grüne Fachpresse berichten und auch in die Bonsai-Presse – da gibt es spezielle Magazine.

Haben Sie Anregungen für zukünftige Ausstellungen?

Es wäre schon gut, wenn wir vor der Hallenschau mal die Pläne sehen könnten, damit wir besser abschätzen können, wieviel Platz es für die Exponate gibt. Vielleicht hätten wir für diese Schau auch nicht so hohe Gestelle verwendet, wenn wir von der Höhe und den Ausmaßen gewusst hätten. Und natürlich war es etwas eng. Wir wollen eigentlich niemanden mit unseren Bonsais bedrängen. Weniger ist manchmal mehr…

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