Alle News

Bonzi: Widerspruch gegen Kompostier-Verbot

, erstellt von

Bonzi ist als Wachstumsregler bei Zierpflanzen im Gewächshaus seit November 2015 zugelassen. Die Auflage WP686 verbietet aber das Kompostieren behandelter Pflanzen, da dieser Kompost zu Pflanzenschäden führen könne. Der Endabnehmer der behandelten Pflanzen sei in geeigneter Weise auf das Kompostierungsverbot hinzuweisen, so die Auflage. Gegen diese Auflage hat Syngenta Agro Widerspruch eingelegt.

Bonzi ist als Wachstumsregler bei Zierpflanzen im Gewächshaus zugelassen. Foto: garteneidechse/Fotolia

Wie Dr. Karin Reiß von Syngenta Agro hierzu erklärte, benachteilige das Kompostier-Verbot Gärtner in Deutschland, denn in anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden (seit 1997), Belgien und Dänemark sei Bonzi ohne diese Auflage zugelassen, seit kurzem auch in Österreich und Italien. Dementsprechend fallen behandelte Pflanzen aus diesen Ländern nicht unter das Kompostierungsverbot.

Bonzi: Wie hoch sind Rückstände bei Kompostierung?

Auf Anfrage der TASPO nahm das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu der Auflage Stellung. Die Frage, ob die Wirkstoff-Rückstände zum Nutzungsende einer Pflanze so hoch sind, dass bei Kompostierung durch den Endverbraucher oder bei Entsorgung über die Biotonne Probleme zu erwarten sind, bejaht das BVL.

Die niederländische Zulassungsbehörde komme zu dem Ergebnis, dass Kompost aus Pflanzen, die mit Paclobutrazol behandelt wurden, selbst nach zwei Kompostzyklen noch zu Schäden an Pflanzen führen kann, die in den Substraten angezogen wurden. Auch in der deutschen Fachliteratur sei das Problem beschrieben. Über Probleme durch die Kompostierung importierter, mit Bonzi behandelter Pflanzen liegen dem BVL keine Berichte aus der Praxis vor. Die Kausalkette sei hier allerdings schwer zu überblicken.

Mit Bonzi behandelte Pflanzen bei Abgabe kennzeichnen

Die Auflage verlange, dass der Erzeuger bei der Abgabe der Pflanzen einen entsprechenden Hinweis mitgibt. Dabei spielt es laut BVL keine Rolle, ob die Pflanzen an inländische oder ausländische Abnehmer gehen. Behandelte Pflanzen könnten zum Beispiel mit einem Stecker im Topf, einem Aufkleber oder einem angehängten Etikett gekennzeichnet werden, so das BVL.

Die Kaufentscheidung eines Verbrauchers hänge auch von der Verwendung ab. Wer seine Balkonpflanzen nach der Saison nicht kompostiere, werde sich durch einen solchen Warnhinweis nicht vom Kauf abhalten lassen, meint das BVL.

Mehr zum Thema Bonzi und dem umstrittenen Kompostier-Verbot lesen Sie in der TASPO 8/2016, die am 26. Februar erscheint.