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Branche zeigt sich solidarisch

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Die Bilder der Flutkatastrophe in NRW, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen sind erschütternd. Die Flut hinterließ nichts als Verwüstung und Massen an Schlamm. Die Menschen in den betroffenen Regionen sind dringend auf Hilfe angewiesen, was sich auch so mancher Gartenbau-Unternehmer dachte und sich solidarisch mit den Opfern zeigt und über soziale Netzwerke seine Hilfe anbietet.

Das Unternehmen Heim Grünanlagenbau aus Tübingen eilte mehrere Tage nach Ahrweiler, um bei den Aufräumarbeiten tatkräftig behilflich zu sein. Die Solidarität ist sehr groß. Foto: Heim Grünanlagenbau

Grüne Branche hilft bei Aufräumarbeiten

In den von der Flut am schwersten getroffenen Gebieten ist die Solidarität groß. Viele Unternehmen haben die Auftragsbücher erstmal hinten angestellt, um bei den Aufräumarbeiten zu unterstützen, was sich in zahlreichen Posts auf den sozialen Medien wie Facebook und Instagram zeigt. Aus Tübingen eilte beispielsweise das Unternehmen Heim Grünanlagenbau nach Ahrweiler. „Die Dankbarkeit, die uns von den Leuten aus Ahrweiler entgegen gebracht wird, ist unglaublich! Egal ob von Anwohnern, dem Ordnungsamt, der Polizei, der Bundeswehr oder anderen Firmen – der Zusammenhalt ist unfassbar toll!“, betont der Betrieb auf seinem Facebook-Auftritt. In Leichlingen, ebenfalls im direkten Krisengebiet, rückte die Firma Gartenplan Esken & Hindrichs mit Team und Büromannschaft aus, um in der verwüsteten Innenstadt bei den Aufräumarbeiten mit anzupacken und das obwohl man selber vom Hochwasser betroffen ist. Aus Grevenbroich gingen gespendete Hilfsgüter ins wenige Kilometer entfernte Erftstadt, zwischengelagert wurden die Güter in einer Halle, die Gartenbau-Unternehmer Frank Glaser zur Verfügung stellte. Auch in Rostock zeigt man sich betroffen und solidarisch mit den Berufskollegen. Die Gärtnerei Wershofen aus Ahrweiler wurde schwer von den Wassermassen getroffen und komplett überflutet. Das Rostocker Unternehmen Grönfingers hat sich daraufhin dazu entschlossen, eine namhafte Summe direkt an die Gärtnerei zu spenden. „Unsere Gedanken sind bei denjenigen, deren Angehörige bei dieser Katastrophe ums Leben gekommen sind. Ihnen gilt unser tiefstes Mitgefühl“, heißt es in einem Facebook-Beitrag Grönfingers. Auch aus Georgsdorf soll ein Geldbetrag direkt an die Opfer der Katastrophe gespendet werden. „Ab sofort steht ein Spendenschweinchen bei uns im Laden, diese soll den Opfern der Flutwasserkatastrophe zu Gute kommen“, heißt es in einem Facebook-Post des Floristikfachgeschäfts Pusteblume aus Georgsdorf.

Facebook-Gruppe „GaLaBau-Hochwasser-Hilfe 2021“

In den sozialen Medien tauschen sich aktuell in der Facebook-Gruppe „GaLaBau-Hochwasser-Hilfe 2021“ über 1.000 GaLaBauer aus, wie sie helfen können. „Wer räumt den ganzen Dreck weg“, stellt Gruppen-Gründer Andreas Vongries die Frage in der Gruppen-Beschreibung und liefertauch gleich eine mögliche Antwort darauf. Er sehe in den bei Facebook vertretenen Gartenbau-Unternehmen enormes Potential, allein an Maschinen. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, mit einem Teil meiner Belegschaft für zwei bis drei Tage in die betroffenen Gebiete zu fahren, um mit Mann und Maschine zu unterstützen. Ich müsste nur wissen, wo wir gebraucht werden“, heißt es weiter. Maschinen und Manpower werden hier demnach zur Verfügung gestellt, alles ehrenamtlich und aus dem gesamten Bundesgebiet. Es wird rege diskutiert und Hilde angeboten. Gartenbau W. Scholz bietet beispielsweise seine Maschinen, wie Traktor mit Containern, LKW sowie Radlader, Minibagger, Stromerzeuger und Pumpen an. Zu einem ganz anderen Rettungsauftrag eilte das Unternehmen Schmitt GaLaBau. Aus einem durch die Flut so stark verschmutzten Teich mussten Fische geborgen werden. Die Tiere wurden von den ehrenamtlichen Helfern an einen sauberen Ort umgesiedelt. Weiterhin zu kämpfen haben die Helfer und die Betroffenen mit zusammengebrochenen Kommunikationsnetzwerken, wodurch der Austausch an einigen Stellen ins Stocken kommt.

Betroffene sehr dankbar für die Unterstützung

Neben den zahlreichen Hilfsangeboten und Unterstützungen richten aber auch erste selbst betroffene Unternehmen wie Garten- und Landschaftsbau Christoph Quandt aus Bad Neuenahr-Ahrweiler erste Dankesworte an die Helfer. „Wir möchten die kurze Mittagspause nutzen, um einfach mal DANKE zu sagen! Danke für die Hilfe von überall! Besonders wollen wir heute Kollegen hervorheben, die weite Wege auf sich genommen haben und die seit Samstag unermüdlich im Einsatz sind, um unser Ahrtal mit großen Maschinen, Manneskraft, Sachspenden und der ganzen Familie unterstützen“, heißt es in einem Facebook-Post des Unternehmens. Die Aufräumarbeiten werden noch einige zeit in Anspruch nehmen, ob sämtliche Firmen die ehrenamtliche Arbeit weiterhin aufrecht erhalten können, ist allerdings fraglich. „Für uns als Firma war es selbstverständlich zu helfen, auch ohne die Garantie, dass wir die Kosten erstattet bekommen. Wir - und auch andere Firmen - sehen den Einsatz der letzten Tage als Spende an. Wenn es aber darum geht, dass auch in den nächsten Wochen und Monaten Firmen tatkräftig helfen und unterstützen, ist es wichtig, dass die Kosten gedeckt sind. Die Anzahl der Firmen, die von Bund und Land offiziell beauftragt wurden, ist einfach zu gering!", heißt es in einem Facebook-Post von Heim Grünanlagenbau.

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