Alle News

Brandenburg will Nutzhanfanbau voran bringen

, erstellt von

Der Anbau von Nutzhanf bietet viele Potentiale, dem ist man sich in Brandenburg sicher, weshalb das Land den Anbau von Nutzhanf neben bestehenden Programmen weiter fördern will. Dem zugrunde liegt ein kürzlich gefasster Landtagsbeschluss, der auf Antrag der Regierungsfraktionen diskutiert wurde.

Der Anbau von Nutzhanf biete große Potentiale und finde in Brandenburg optimale Voraussetzungen. Foto: NickyPe/ Pixabay

Hanfanbau in Brandenburg ist traditionsbehaftet

Im heutigen Brandenburg habe der Anbau von Nutzhanf bereits eine lange Tradition, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bedeutend gewesen sei. Davon zeugen heute noch selbstaussamende Hanfpflanzen an den Rändern von landwirtschaftlichen Flächen. Der Anbau wurde schließlich durch das Aufkommen synthetischer Fasern verdrängt. Im Landtag sei man sich allerdings von den Vorteilen des Hanfanbaus bewusst und wolle dieses wieder mehr in den Fokus nehmen, denn der Anbau von Nutzhanf bietet große Potenziale für die Erzeugung nachhaltiger Rohstoffe, die verarbeitende Industrie und die Landwirtschaft in Brandenburg. Demnach sollen die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale des Nutzhanfanbaus in Brandenburg ausgeschöpft werden, heißt es im Antrag der Regierungskoalition. Die Nutzhanfproduktion und entsprechende Wertschöpfungsketten sollen länderübergreifend vorangebracht und Förderprogramme für die Technologien zur Ernte und Verarbeitung von Nutzhanf geprüft werden. Zudem gelte es, bürokratische Hürden im Bereich des Nutzhanfanbaus zu reduzieren.

Ministerium fördert Hanfanbau bereits

„Die alte Kulturpflanze Hanf lebt seit den Neunzigerjahren wieder auf und weist neben ökonomischen Potenzialen auch ökologische Vorteile auf. Die Hanfpflanze nutzt Wasser etwa sechsmal effizienter als Baumwolle und ist daher in Zeiten zunehmender Trockenheit von besonderem Interesse für die Brandenburger Landwirtschaft. Nutzhanf eignet sich für den Anbau unter Brandenburger Bedingungen, besitzt einen guten Vorfruchtwert und lässt sich in alle Fruchtfolgen integrieren. Darüber hinaus kommen stabile Bestände ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel aus“, sagt Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel. Das Agrarumweltministerium fördert auch bereits das Projekt „Kompetenznetzwerk Nutzhanf“ mit 50.000 Euro, welches bis Ende 2021 läuft und sich auf die Begleitung des Nutzhanfanbaus, die Vermarktung des Rohstoffs sowie die Wissensvermittlung konzentriert. „Es freut mich sehr, dass im Kompetenznetzwerk Nutzhanf Landwirtinnen und Landwirte an einen Tisch mit Verarbeitungs- und Vermarktungsbetrieben gebracht werden. Noch stellt die Verarbeitung von Hanferzeugnissen eine Nische dar, doch mit der Hanffaser Uckermark eG gibt es bereits einen Pionier für die Herstellung von technischen Fasern und nachhaltigen Baustoffen aus regional erzeugtem Nutzhanf“, so Vogel.

Hanfanbau in Deutschland

In Deutschland sind aktuell 52 Hanfsorten für den landwirtschaftlichen Anbau zugelassen. 2019 wurde auf einer Fläche von 5.362 Hektar Nutzhanf angebaut. Aus Perspektive der Landwirtschaft wäre ein wachsender Nutzhanfanbau zunächst eine Erweiterung der Fruchtfolgen. Erfahrungen in der Praxis haben gezeigt, dass sich die Pflanze sehr gut in die klimatischen und bodenspezifischen Gegebenheiten Brandenburgs einfügt, heißt es. Eine bodenverbessernde Wirkung sei allerdings nur dann gegeben, wenn ein Teil des Erntegutes auf der Fläche verbleibt. Das wesentliche Hemmnis für einen nachhaltig wachsenden Anbau sei bislang noch das Fehlen von ausgereiften Ernte- und Verarbeitungstechnologien sowie mangelnde Verarbeitungskapazitäten im Land Brandenburg als auch im übrigen Bundesgebiet. Neben Dämmstoffen, Fasern, Kosmetik, Werkstoffen für den Fahrzeugbau, Einstreu- sowie Torfersatzprodukten wird Nutzhanf für die Produktion von Speiseölen verwendet. Eine Besonderheit des Nutzhanfs ist es, dass sämtliche Bestandteile der Pflanze (Stängel, Blätter, Samen) weiterverarbeitet werden können.

Cookie-Popup anzeigen