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Breitband-Ausbau: Kritik an 5G-Plänen

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Kritik an den von der Bundesnetzagentur verkündeten Auktionsregeln zur Versteigerung der 5G-Frequenzen haben der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Deutsche Landkreistag und der Zentralverband des Deutschen Handwerks geäußert. Betriebe auf dem Land müssen ebenfalls versorgt werden, so der Tenor.

Der 5G-Mobilfunk-Standard soll der Nachfolger des aktuellen LTE werden. Foto: Pixabay

Verbände fordern flächendeckenden Ausbau

Es ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, so die Verbände, wenn die Mobilfunkbetreiber über die bislang vorgesehenen Versorgungsauflagen hinaus künftig auch verpflichtet sein sollen, entlang der Landstraßen und besonders intensiv genutzter Schienenstrecken jenseits der ICE-Verbindungen eine Versorgung mit 5G sicherzustellen.

Damit halte die Bundesnetzagentur aber an ihrem Ansatz fest, Versorgungsauflagen nur für Haushalte und einen Teil der Verkehrswege vorzusehen. Notwendig sei dagegen ein wirklich flächendeckender Ausbau des neuen 5G-Netzes.

Mobilfunknetze für Unternehmen Standort-Thema Nr. 1

Mobilfunknetze sind für Unternehmen in der Stadt, im städtischen Umland und ganz besonders in den ländlichen Räumen das Standort-Thema Nr. 1. Die Anwender wüssten, dass ihre künftige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von einer tatsächlich flächendeckenden Verfügbarkeit hochleistungsfähiger digitaler Infrastrukturen abhängt.

Beim flächendeckenden Ausbau der 5G-Mobilfunknetze reicht die gegenwärtige Fokussierung auf Haushalte, Schienen, Bundesautobahnen und bestimmte weitere Straßenkategorien nicht, heben die Verbände hervor.

Glasfaseranbindung allein reicht nicht aus

Insbesondere die Unternehmen benötigten neben einer Glasfaseranbindung auch 5G für ihre Geschäftsmodelle – von der Landwirtschaft über digitale Anwendungen im Handwerk bis hin zu flächendeckenden Mobilitätskonzepten und den zahlreichen Bedürfnissen eines modernen Gesundheitswesens.

Die intelligente Verknüpfung im Logistikbereich zum Beispiel stelle besondere Anforderungen an die enge Integration von 5G-Netzinfrastruktur und Unternehmenslösungen, die bis in die zahlreichen Unternehmensstandorte und in alle Straßen- und Wegenetze in der Fläche hineinreichen – zu Lande und zu Wasser.

Vorschlag für 5G-Versorgung in der Fläche

Selbst legten die Verbände einen vom renommierten „5G Lab Germany“ in Dresden erarbeiteten Verfahrensvorschlag vor. In dessen Ergebnis werde eine Versorgung der Fläche mit 5G-Mobilfunk mit Anbindung an das Glasfasernetz zeitnah und nicht zuletzt auch wirtschaftlich erreicht.

Der Vorschlag sieht eine zweistufige Versteigerung vor, bei der in einem ersten Durchgang die nicht lukrativen Gebiete den Mobilfunkanbietern zugeteilt werden. Diese müssen durch jeweils einen Anbieter hinreichend versorgt werden. Erst wenn alle betreffenden Gebiete aufgeteilt sind, dürfen die lukrativen Gebiete versteigert werden.

Wenn die nicht lukrativen Gebiete versorgt sind, erhalten die Mobilfunkanbieter die Lizenzgebühren, die sie für die lukrativen Gebiete bezahlt haben, zurück. Die Erstattungsbeträge sollen dann vom Investitionsaufwand für die wirtschaftlich nicht lukrativen Gebiete abhängen (cash back).