Alle News

Brexit: Einigung zum Handelsabkommen an Heiligabend

, erstellt von

Quasi in letzter Minute wurde der gefürchtete „No Deal“-Brexit abgewendet – an Heiligabend einigten sich Großbritannien und die EU nach zähen Verhandlungen doch noch auf ein Handelsabkommen. Mit dem laut Medienberichten knapp 1.250 Seiten umfassenden Vertrag soll ein harter wirtschaftlicher Bruch vermieden werden. Darüber erleichtert zeigte sich unter anderem Bundesagrarministerin Julia Klöckner.

Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs erfolgte am 31. Januar 2020, am 31. Dezember endet nun auch die in diesem Zusammenhang vereinbarte Übergangsphase. Foto: Tumisu/Pixabay

Klöckner: Wichtiges Signal für Aufrechterhaltung der Handelsbeziehungen

„Diese Einigung ist ein wichtiges Signal für die Aufrechterhaltung der beiderseitigen Handelsbeziehungen. Im Jahr 2019 gingen Agrarexporte im Wert von rund 4,7 Milliarden Euro in das Vereinigte Königreich. Im Gegenzug wurden Agrarerzeugnisse im Wert von rund 1,6 Milliarden Euro importiert. Die Vereinbarung stellt sicher, dass das weiter zollfrei möglich ist“, kommentierte Klöckner das Brexit-Handelsabkommen mit Großbritannien. Im Falle eines „No Deal“-Brexit wäre der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft zufolge aus deutscher Sicht mit erheblichen Export-Verlusten zu rechnen gewesen – „annähernd doppelt so hoch wie im Falle des jetzt geschlossenen Abkommens“, so Klöckner.  

Vereinigtes Königreich trotz Brexit-Abkommen Drittstaat

Das viereinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum und wenige Tage vor Ablauf der Übergangsperiode geschlossene Handels- und Kooperationsabkommen zwischen Großbritannien und der EU sieht Medienberichten zufolge unter anderem vor, dass auf Waren im beiderseitigen Handel bei der Einfuhr keine Zölle erhoben werden und es für den Import keine mengenmäßigen Beschränkungen gibt. Zudem sollen die Ein- und Ausfuhrformalitäten möglichst vereinfacht werden. Auch soll das Handelsabkommen faire Wettbewerbsbedingungen gewährleisten.

Da das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der EU ein Drittstaat ist, werden die administrativen Kosten für den Handel trotz des Brexit-Abkommens erheblich steigen, wie Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner in einer vorläufigen Bewertung des Vertrags prognostizierte. „Für Inspektionen, Grenzabfertigung und Transaktionskosten werden Kosten in Höhe von rund zehn Prozent des Warenwerts erwartet. Insbesondere zu Jahresbeginn sind aufgrund der neuen Kontrollen Verzögerungen und administrative Probleme an der Grenze möglich“, schätzt Klöckner.

EU-Mitglieder stimmen vorläufiger Anwendung des Handelspakts zu

Weil für die notwendige Ratifizierung durch das EU-Parlament vor dem Jahresende die Zeit fehlt, haben die 27 Mitgliedstaaten laut Medienberichten am 28. Dezember der vorläufigen Anwendung des Brexit-Abkommens ab dem 1. Januar zugestimmt. Im neuen Jahr soll dann die reguläre Ratifizierung erfolgen. Auf britischer Seite soll das Parlament dem Handelspakt demnach am 30. Dezember zustimmen.

Cookie-Popup anzeigen