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Brexit-Folgen bereiten Baumschulen „große Bauchschmerzen“

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Brexit-Chaos und kein Ende: Nicht nur, dass das britische Parlament erneut den von Theresa May ausgehandelten Vertrag zum EU-Austritt Großbritanniens abgelehnt hat – der Brexit soll nach dem Willen des Unterhauses auch um mindestens drei Monate aufgeschoben werden. Deutschlands Baumschulen bereiten die möglichen Folgen des EU-Ausstiegs indes Kopfzerbrechen.

Bäume made in Germany werden unter anderem in Großbritannien hoch geschätzt. Foto: Graf von Luckner/BdB

Brexit erst Ende Juni – oder noch später?

Am vergangenen Donnerstag sprachen sich die Abgeordneten in London mit 413 zu 202 Stimmen dafür aus, dass Großbritannien nicht wie geplant am 29. März der EU den Rücken kehrt, sondern frühestens am 30. Juni.

Premierministerin May knüpfte diese Frist Medienberichten zufolge allerdings an eine Bedingung: Nur wenn das Parlament bis spätestens einen Tag vor dem nächsten EU-Gipfel am 21. März ihrem Austrittsvertrag zustimme, sei eine Verschiebung des Austritts um lediglich drei Monate möglich.

Sollte das Parlament den Deal der Regierungschefin erneut ablehnen, drohte May bereits, eine deutlich längere Brexit-Frist beantragen zu wollen – dann müsse Großbritannien sogar noch an den kommenden Europawahlen teilnehmen.

EU-Mitglieder müssen Aufschub des Brexit zustimmen

Allerdings haben auch die restlichen EU-Staaten ein entscheidendes Wörtchen mitzureden – nur, wenn alle 27 übrigen Mitglieder zustimmen, kann die jetzt beschlossene Verlängerung der Austrittsfrist auch umgesetzt werden.

Eindeutig ausgesprochen mit 321 zu 278 Stimmen hatten sich die britischen Abgeordneten zudem am vergangenen Mittwoch gegen einen ungeregelten Brexit. Dieser Antrag ist jedoch nicht rechtlich bindend.

Baumschulwirtschaft fürchtet „Schreckensszenario No-Deal-Brexit“

Unabhängig davon betrachtet die deutsche Baumschulwirtschaft insbesondere den noch immer drohenden No-Deal-Brexit mit großer Sorge, wie der Bund deutscher Baumschulen (BdB) jetzt verlauten ließ. Denn auf die Betriebe kommen durch den EU-Austritt Großbritanniens unter anderem zusätzliche Anforderungen bei Pflanzenschutz-Kontrollen und Zollformalitäten zu.

Insbesondere die dadurch drohenden Verzögerungen beim Transport sind laut BdB besorgniserregend – durch lange Wartezeiten vor dem Zoll könnte im schlimmsten Fall die Ware verderben. Schwierig für die Baumschulwirtschaft seien darüber hinaus auch höhere Handelskosten und die durch die neuen Inspektionen und Formalitäten entstehende Unflexibilität.

Folgen eines No-Deal-Brexit nicht abzusehen

„Die Auswirkungen eines No-Deal-Brexit sind für die Baumschulwirtschaft nicht abzusehen. Auch wenn weiterhin unsere Qualitätsbäume nach Großbritannien exportiert werden können, ist das entstehende Chaos und die Unplanbarkeit des Transports ein Thema, das uns große Bauchschmerzen bereitet“, erklärt BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl.

Entsprechend hoffe der BdB „auf eine gute europäische Lösung“.