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Brexit: Zierpflanzensektor verunsichert

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Union Fleurs und der Blumen- Groß- und Importhandel bedauern den angepeilten Austritt Großbritanniens aus der EU. Der Brexit habe den Blumen- und Pflanzenhandel verunsichert, da die Insel mit einem Umsatzvolumen von einer Milliarde Euro den zweitgrößten Importmarkt für Zierpflanzen verkörpert.

Durch den Brexit befürchtet die Union Fleurs eine Zersplitterung des Marktes für Zierpflanzen. Foto: vchalup Fotolia

Brexit: Langfristige Aussichten für internationalen Handel mit Zierpflanzen unklar

„Der anstehende Austritt Großbritanniens aus der EU beinhaltet viele Unsicherheiten für den Zierpflanzensektor in der EU und weltweit. Langfristige Aussichten sind im Moment besonders unklar, da verschiedene Zukunfts-Szenarien für die künftigen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und seinen gegenwärtigen Handelspartnern in der EU und dem Rest der Welt denkbar erscheinen“, sagt Herman de Boon, Präsident der Union Fleurs.

Zum internationalen Blumenhandelsverband, zählen Mitglieder aller Nationen, die aktuell den britischen Markt beliefern. Dazu gehören die Niederlande, Deutschland, Italien, Dänemark und Belgien, aber auch Kenia, Kolumbien, Südafrika, Türkei, Israel und Marokko.

Zeiler: „Wir verlieren einen geschäfts- und handelsorientierten Partner“

„Mit dem nahenden Austritt Großbritanniens aus der EU werden wir definitiv einen geschäfts- und handelsorientierten Partner verlieren, der sich  immer in konstruktiver Weise in die EU-Richtlinien und Bestimmungen in Brüssel eingebracht hat“, bemerkt Frank Zeiler, Geschäftsführer des BGI e.V. und zugleich Vorsitzender der Union Fleurs EU-Sektion, die sich um die gemeinsamen Interessen aller EU-basierten Mitglieder der Union Fleurs kümmert.

„In dieser durch Unsicherheiten und verschiedene Risiken gekennzeichneten Zeit sollten die gemeinsamen Werte von Vielfalt, Internationalität und Innovation, die so lange im Zierpflanzensektor gepflegt wurden, aufrecht erhalten werden. Unsere Mitglieder in der EU – Groß- und Einzelhändler von Zierpflanzenprodukten – haben erfolgreiche Geschäftsbeziehungen und Lieferketten, die sich auf die Möglichkeiten eines gemeinsamen Marktes gründen und die nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage funktionieren, aufgebaut.

All dies funktioniert ohne direkte Intervention oder Marktunterstützung durch EU-Behörden. Wir werden auch weiterhin für diese Werte in Brüssel eintreten und uns für offene Märkte und grenzüberschreitende Zusammenarbeit einsetzen, um damit unsere Mitglieder aktiv bei der Lieferung von Qualitätsblumen und -pflanzen an europäische und britische Kunden zu unterstützen“, so Zeiler weiter.

Union Fleurs: Zollgrenzen und Zersplitterung des Marktes für Zierpflanzen

„Die Zersplitterung des Marktes und eine mögliche Wiedereinführung von Zollgrenzen, vor allem auch im Bereich phytosanitärer Bestimmungen sowie weiterer Vorgaben und Anforderungen, die durch ein isoliertes Großbritannien in Kraft gesetzt werden könnten, würden direkten Einfluss auf den Zierpflanzenhandel in der EU und weltweit haben. Seit mehr als 50 Jahren steht Union Fleurs für den freien Handel von Zierpflanzenprodukten aus den Lieferländern in die Konsumentenmärkte und ist stets für ausgeglichene Bedingungen in der Lieferkette in der EU und weltweit eingetreten.

Wir werden auch weiterhin für grenzenlose Märkte und Handel in Brüssel eintreten, und wir werden die nächsten Schritte und die Entwicklung in der Neugestaltung der britischen Handelsbeziehungen mit der EU und dem Rest der Welt aufmerksam beobachten. Viele Fragen brauchen schnellstmöglich eine Antwort, damit sich der Handel auf die Auswirkungen des britischen Referendums, dessen Ergebnis wir alle bedauern, einstellen und entsprechend reagieren kann“, schließt de Boon an.