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Buchtipp: Das letzte Hemd hat viele Farben

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David Roth, Bestatter und Trauerbegleiter in Bergisch Gladbach, hat zusammen mit der Autorin Sabine Bode erstmals ein Buch geschrieben. „Das letzte Hemd hat viele Farben – Für einen lebendigen Umgang mit dem Sterben“ lautet der Titel des Werks, mit dem Roth die Tradition seines Vaters fortsetzt.

Für den Umgang mit Tod und Trauer gibt es viele Formen. Foto: Pixabay

Radikales Umdenken im Umgang mit Sterben und Tod

Fritz Roth, viele Jahre Vor- und Querdenker der Bestattungsbranche, schrieb gemeinsam mit Sabine Bode vor 20 Jahren das Buch „Der Trauer einer Heimat geben“. Roth forderte damals ein radikales Umdenken im Umgang mit Sterben und Tod. Vieles hat sich seit dieser Zeit verändert. Leider nicht zum Besseren, wie das Autoren-Duo mit einem Blick auf die heutige Bestattungskultur aufzeigt.

Wie nehmen wir Abschied? Wie können wir nach dem Verlust eines lieben Menschen zu neuer Lebensfreude gelangen? In „Das letzte Hemd hat viele Farben“ erzählen Menschen, wie sie sich sehr bewusst von ihren Toten verabschiedet haben – ganz entgegen den Formen, die unsere Gesellschaft heute oftmals noch erwarten – und dabei ganz persönliche Formen der Trauer fanden.

Abschiednehmen individuell gestalten

Die einzelnen Beispiele beginnen nicht mit dem Tod, sondern reichen bis ins Leben des Verstorbenen und seiner Familie hinein. So passt die Gestaltung des Abschiednehmens oftmals wie selbstverständlich zu den Bedürfnissen der Angehörigen, auch wenn sich einige erst einmal darauf einlassen müssen oder gar heftigen Anfeindungen der Verwandtschaft gegenüber stehen.

Die vielen wertvollen, persönlichen Erfahrungen sollen Trauernden helfen, ihren eigenen Weg zu gehen. Jede Geschichte sei ein Geschenk von Angehörigen, die Trauernden Mut machen, ihren persönlichen Umgang mit dem Tod zu entdecken, schreibt Bode. Denn nur der individuelle Abschied schafft die Voraussetzung, eines Tages wieder Lebensfreude empfinden zu können.

Kein durch und durch trauriges Buch

Das Buch ist kein durch und durch trauriges Buch, so die Autoren. Es soll ein wenig an das von Fritz Roth gegründete und von seinem Sohn David Roth und dessen Schwester fortgeführte „Haus der menschlichen Begleitung“ erinnern, das eine helle und freundliche Atmosphäre bietet, die zum Leben ermutigen möchte.

„Das letzte Hemd hat viele Farben“, von Sabine Bode/David Roth, 2018, 222 Seiten, gebunden mit Umschlag, farbige Bildteile aus den Ausstellungen „Ein Koffer für die letzte Reise“ und „Im letzten Hemd“, 18 Euro, ISBN 978–3–431–04090–6.