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Buchtipp: vom befriedigenden Leben in und mit der Natur

„Das dreckige Leben“ ist kein Fachbuch, sondern eine authentische, sehr persönliche Erzählung: Die Großstädterin und Schriftstellerin Kristin Kimball berichtet darin von ihrer eigenen Entdeckung eines naturnahen, nachhaltigen Lebensstils und dem harten Landleben. 

Eigentlich möchte sie nur ein Interview mit einem jungen Biofarmer führen, reist dafür aufs Land – und bleibt dort, um mit ihm eine eigene biologisch arbeitende Farm auf beachtlichen 200 Hektar aufzubauen, mit vielen Tieren und auf der Pferde statt Maschinen Feldarbeit betreiben. Das Schöne an dem Buch ist, dass es hier nicht um ein kitschig-romantische Liebesgeschichte geht, sondern um das Entdecken der körperlichen Arbeit, das Leben und Arbeiten mit Tieren, der Natur – mit allen ihren Hürden und Unbillen.

Das Buch erzählt chronologisch den oft holprigen Beginn des Farmaufbaus – vom ersten extrem kalten Winter bis zur Ernte im nächsten Sommer und Herbst. Sehr persönlich und fesselnd, wenn sie neben der Milchfieber-gebeutelten Kuh den Rand zum Tod erlebt oder abends vor lauter Erschöpftheit gerade noch schafft, ihrem Mann den Finger zum Einschlafen zu reichen – und dabei zunehmend glücklicher, ausgefüllter und zufriedener wird.

Nicht nur, wer wie die grüne Branche gerne mit der Natur arbeitet und um die Härten dieser Arbeit weiß, wird dieses Buch gerne lesen. Es greift die Sehnsucht vieler Menschen nach zunehmender Naturnähe, nach Nachhaltigkeit, Ausgefülltheit, Erdung von einer sehr wirklichkeitsnahen Seite auf und unterhält durch seinen Romanstil bis zur letzten Seite. Unimedica 2014, broschiert, 335 S., Farbfotos; 19,80 Euro, ISBN 978-3-944-12522-0. (kla)