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BUGA Heilbronn: Herr der Blumen und Medaillen

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„Das Schöne ist, dass es hier keine hundert Meter gibt, wo es nichts gibt“, sagt Rüdiger Eckhardt, Ausstellungsbevollmächtigter auf der Bundesgartenschau (BUGA) Heilbronn. Er gewährte der TASPO bei einem Rundgang einen exklusiven Einblick auf die gärtnerischen Ausstellungsbeiträge und den Stand der Vorbereitungen. Außerdem hat er verraten, was es so auf einer Bundesgartenschau noch nie gab.

Eine BUGA ist immer auch ein Experimentierfeld für Landschaftsarchitekten. Was ist in Heilbronn besonders zukunftweisend?

Wolfgang Schück vom Büro Loma in Kassel zeichnet für den Entwurf der Sommerinsel verantwortlich. Er experimentierte mit der digitalen Topographie im Landschaftsbau. Unsere Geschäftsführung wünschte und förderte die Erprobung von innovativen Technologien – daher wurde hier ein ungewöhnliches und überaus spannendes Projekt realisiert: Die gesamten Landschaftsformationen der Sommerinsel wurden parametrisch erzeugt.

Der tonige Boden eignet sich perfekt zum Modellieren. Die Planungsdaten wurden in die Software der Großbagger gespeist. Über GPS-Daten formten die Maschinen das Gelände dann exakt. Der Fahrer saß nur zur Kontrolle mit im Fahrzeug und kommunizierte mit den Architekten, die von ihrem Büro aus die Umsetzung live verfolgten.

Nachhaltigkeit, essbare und insektenfreundliche Pflanzen und zudem Regionalität sind aktuelle Trendthemen. Finden sie auf der BUGA statt – bezogen auf die gärtnerischen Beiträge?

Natürlich! Der größte Teil des Wechselflors wächst in torffreien Substraten, die vorher eigens auf ihre BUGA-Tauglichkeit geprüft wurden. Biene und Co. können sich auf 400 Metern an einem bunten Blütenflor laben: Die Brücke am Eingang Campuspark wird zu beiden Seiten des Geländers mit Balkonkästen bestückt und mit entsprechenden Nektarpflanzen bepflanzt. Und Leckermäuler kommen auf der „Superfood-Meile“ auf ihre Kosten.

Regional wird es zum Beispiel bei der Pflege: Hier konnte ich zum Glück viele Kollegen aus dem Zierpflanzenbau und Friedhofsgärtner motivieren, die die einzelnen Bereiche auf der BUGA verantworten. Alle kommen aus der Gegend um Heilbronn.

Auch das gab es so übrigens noch nie auf einer BUGA. In der Vergangenheit waren es die Landschaftsgärtner, die mit der Pflege betraut waren. Durch die große Anzahl an Gärtnern lassen sich aber Umpflanzaktionen viel schneller abwickeln und an vielen Stellen parallel arbeiten – ein großer Vorteil!

Verraten Sie, wie ich als Gärtner eine Medaille bekommen kann?

Es gilt, bestimmte Qualitätskriterien zu erfüllen – sei es bei den Pflanzen als auch bei Bau und Pflege. Ein Preisgericht beurteilt diese nach einem festgelegten System. Im Bereich Stauden oder GaLaBau tagt es mehrmals, denn auch Baufortschritt oder Pflanzenentwicklung gehen in die Bewertung ein. Es werden Punkte vergeben – je nachdem, wie viele ein Gärtner erreicht, bekommt er eine Medaille. Im Bestfall den Staatsehrenpreis, der am Ende der BUGA verliehen wird!

Welche Innovationen die Besucher auf der BUGA Heilbronn sonst noch erwarten, lesen Sie in der TASPO 15/2019, die am 12. April erscheint.