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Buga: Jubelnde Fachwelt und Besucherkritik

Einen "Perspektivenwechsel" hat die Bundesgartenschau 2005 versprochen - und überfordert damit ganz offensichtlich manche Besucher. Knapp zwei Monate nach Eröffnung und deutlich kritischen Kommentaren der Besucher bessern die Verantwortlichen deshalb nach: Mit zusätzlichen Blumenkübeln, mehr schattenspendenden Sonnenschirmen und zusätzlichen Sitzgelegenheiten soll mehr Buga-Wohlfühlatmosphäre entstehen. Und da die Buga mit ihrem neuen Ansatz erklärungsbedürftig ist, wird stärker als bislang auf Information gesetzt: Neben nunmehr kostenlosen Führungen auch durch zusätzliche Mitarbeiter, die auf dem Gelände für Fragen der Besucher bereitstehen. Rund 800000 Besucher haben bislang die Veranstaltung besucht, rund 15 Prozent weniger als erwartet, meldete die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 17. Juni. Eine Zahl, die in seltsamem Widerspruch zu dem Lob zu stehen scheint, das aus der Fachwelt der Buga und vor allem dem neuen Riemer Park zuteil wird. Für die Planung dieses Parks wurde vergangene Woche auf dem Gelände der Bundesgartenschau den französischen Planern Gilles Vexlard und Laurence Vacherot einer der beiden ersten Preise des Deutschen Landschaftsarchitekturpreises des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) verliehen.

Ein Widerspruch, den auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude anlässlich der Preisverleihung aufgriff. In seinem, wie er selbst feststellte, "unpassenden, aber notwendigen Grußwort" kam Ude zu dem Schluss, dass ganz offensichtlich der Satz gelte: "Je höher der Jubel der Fachwelt ist, desto geringer ist die Begeisterung des Publikums - und umgekehrt". So habe er in den vergangenen Wochen zwar vielfältiges Lob für die Buga und den Park aus der Fachwelt bekommen, gleichzeitig erreiche ihn aber auch viel Bürgerpost, die "sehr kritische Akzente" beinhalte. Offensichtlich habe das Publikum überwiegend eine feste Vorstellung davon, was ein Park bieten müsse. Nur dieser Erwartungshaltung zu entsprechen, würde allerdings weder dem Ort noch der Zeit gerecht. Die Aufgabe bestehe vielmehr darin, öffentliche Bedürfnisse aufzunehmen, ohne sich mit historisierenden Entwicklungen zufrieden zu stellen. Die Planer dürften sich andererseits in ihrer "Euphorie der Ästhetik" auch nicht zu weit von dem Bedürfnis der Besucher nach Natur entfernen. Wer sich an die Öffentlichkeit richte, der müsse sie auch erreichen.