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Bundesverbraucherministerium: Startschuss für „Regionalfenster“

Den Startschuss zur Einführung einer bundesweit transparenten Regional-Kennzeichnung für Lebensmittel hat das Bundesverbraucherministerium (BMELV) gegeben. Ziel des Modellprojektes ist eine zuverlässige und transparente Kennzeichnung für regionale Produkte in Deutschland. 

Der Verbraucher soll mit einem Blick erkennen können, was an einem Produkt „regional“ ist. Foto: Kzenon/Fotolia.com

„Der Verbraucher soll mit einem Blick auf die Verpackung erkennen können, was an dem Produkt ‚regional‘ ist“, so Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsministerin und Initiatorin des Projektes. Wer die Kennzeichnung „Regionalfenster“ verwendet, müsse garantieren, dass vor allem die Hauptzutat zu 100 Prozent aus der klar definierten Region kommt, so Aigner weiter.

Das vom BMELV finanziell unterstützte Modellprojekt wird ein noch zu gründender Verein tragen. Bis dahin wenden sich an der Teilnahme interessierte Gartenbaubetriebe an das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frankfurt.

Ein wissenschaftlich noch zu entwickelndes Prüf- und Sicherungssystem soll die richtige Nutzung der Kennzeichnung garantieren. In fünf Modellregionen, dabei Baden-Württemberg, Bayern und Hessen, soll das Regionalfenster in unterschiedlichen Produktpaletten getestet werden. Erste Produkte mit der neuen Kennzeichnung werden voraussichtlich Anfang 2013 in Supermärkten in den Modellregionen erhältlich sein.

Die Kennzeichnung „Regionalfenster“ muss Informationen über die Herkunft der primären Zutaten sowie einen Hinweis auf die neutrale Überprüfung dieser Angaben enthalten. Erforderlich ist eine klare Angabe und Definition der Region: Sie kann sich an Landschaften oder traditionellen Gebieten orientieren, jedoch muss sie anhand von administrativen Grenzen genau festgelegt sein.

Eine Umfrage im Auftrag des BMELV hatte zuvor ergeben, dass rund die Hälfte (48 Prozent) aller Verbraucher beim Einkauf darauf achtet, dass Lebensmittel aus einer bestimmten Region kommen. Fast die Hälfte (45 Prozent) aller Verbraucher kauft regionale Lebensmittel auf dem Wochenmarkt. Neben Vertrauen zum Erzeuger kommen kurze Transportwege (80 Prozent) und ein positives Lebensgefühl (71 Prozent) als Kaufgründe hinzu. Der Erhalt der Arbeitsplätze in der Heimat ist für mindestens zwei Drittel (70 Prozent) relevant. (rve)