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Bundesweites Netzwerk zum Schutz von gefährdeten Wildpflanzen gestartet

Das bundesweite Netzwerk „Wildpflanzenschutz Deutschland“ (WIPs-De) wurde mit einer Auftaktveranstaltung im Botanischen Garten der Universität Osnabrück am Mittwoch und Donnerstag gestartet. Das Verbundprojekt will zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten beitragen, die nur in Deutschland vorkommen oder hier ihre Hauptverbreitung aufweisen – darunter Arnika, Sumpf-Enzian und Breitblättriges Knabenkraut. 

„WIPs-De trägt dazu bei, den in der Nationalen Biologischen Strategie geforderten Erhalt der genetischen Vielfalt von wildlebenden Arten und den Schutz regionaler Anpassungen von Populationen umzusetzen“, erklärt Prof. Dr. Sabine Zachgo, Direktorin des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück, die das Verbundprojekt leitet.

15 Pflanzenarten, die weltweit nur in Deutschland vorkommen oder hier ihre Hauptverbreitung aufweisen und deren Bestände immer stärker gefährdet sind, gelten als sogenannte „Verantwortungsarten“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Die Heilpflanze Arnika, die inzwischen in weiten Teilen im Tiefland ausgestorben ist, der Sumpf-Enzian und das Breitblättrige Knabenkraut, eine Orchidee, gehören zu diesen gefährdeten Wildpflanzen, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, erläutert Zachgo.

In dem Verbund der beteiligten Botanischen Gärten Berlin-Dahlem, Karlsruhe, Osnabrück, Potsdam und Regensburg sowie der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe werden drei bisher meist isoliert durchgeführte Erhaltungsstrategien verknüpft. Zunächst werden Samen und Sporen der 15 „Verantwortungsarten“ gesammelt und in Saatgut-Genbanken gelagert, aus denen anschließend Erhaltungs- und Vermehrungskulturen angelegt werden, um mit diesem Material in einer dritten Phase in enger Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und Verbänden gefährdete Populationen am Naturstandort zu stärken.

Das vom Bund mit 2,4 Millionen Euro geförderte WIPs-Projekt wird flankiert von einer breit angelegten Info-Kampagne, die der Öffentlichkeit die Bedeutung der heimischen Biodiversität vermitteln und dadurch die Bereitschaft stärken soll, die heimische Vielfalt zu erhalten und zu schützen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes ist darüber hinaus die Aufbereitung der Themen für die schulische und außerschulische Umweltbildung. (ts/uni-os)