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BVEO-Stellungnahme zum EU-Vorschlag

Die Vertretung der deutschen Erzeugerorganisationen (BVEO) gibt nach ihrer Analyse der Reformvorschläge zur Novellierung der Gemeinsamen Marktorganisation für Obst und Gemüse (GMO) eine Stellungnahme ab, aus der hier Auszüge wiedergegeben sind. Auch wenn sie aus dem Jahr 1996 stammt, hat sich nach Meinung der BVEO die aktuelle Marktorganisation im Wesentlichen bewährt, so dass sie in ihren Grundzügen beibehalten werden solle, aber modernisiert. Die BVEO empfiehlt auch die Aufnahme von Zuckermais. Sie fordert eine umfassende EU-Rahmennorm für alle Erzeugnisse. Die Verlagerung der staatlichen Kontrolle der Einhaltung der Vermarktungsnormen auf die Wirtschaft lehnt die BVEO ab. Wichtige Forderung ist die Aufnahme des gesundheitsorientierten Verbraucherschutzes als Bestandteil und Ziel förderfähiger Maßnahmen.

Kategorisch spricht sich die BVEO gegen die Neueinführung von Spezial-Erzeugerorganisationen oder Ein-Produkt-Erzeugerorganisationen aus, da sie das Angebot zersplitterten aber nicht konzentrierten. Als Anerkennungskriterium für Erzeugerorganisationen schlägt die BVEO höhere Mindestmitgliedszahlen und größere Mindestumsätze vor. Bezüglich des Krisenmanagements hält die BVEO mehr von Maßnahmen zur Vermeidung von Krisen als zu deren Verwaltung und sieht hier noch Diskussionsbedarf.

Der Einsatz umweltfreundlicher Produktionsverfahren ist nach Ansicht der BVEO in Deutschland bereits vorbildlich geregelt, so dass lediglich eine EU-einheitliche Definition für Richtlinien zum kontrolliert-integrierten Anbau oder der guten, fachlichen Praxis erforderlich sei.

Einzelstaatliche Förderungen behindern laut BVEO den freien Wettbewerb. Die Organisation stimmt aber dem 20-Prozent-Satz für umweltfreundliche Maßnahmen zu, wenn auch Abfallvermeidung und -verwertung dazu zählen. Bessere Transparenz des Lizenzsystems, Beibehaltung aller WTO-konformer Einfuhrsysteme, starke Vereinfachung im Sektor sowie Einbeziehung aller Obst- und Gemüse-Flächen Deutschlands finden die Zustimmung der BVEO.