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CH: Schadorganismus mit Zierpflanzen eingeschleppt

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In der Schweiz sind mehrere Zierpflanzen verkauft worden, auf denen sich ein in Europa bislang nicht dokumentierter Schadorganismus befand. Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst hat Käufer:innen der Pflanzen jetzt dazu aufgerufen, sich umgehend zu melden, um eine Verbreitung des Schädlings zu verhindern.

In der Schweiz wurden rund 50 befallene Callistemon-Pflanzen verkauft. Foto: Green Solutions

Ripersiella hibisci Befall in italienischem Betrieb

Zwischen März und Mai seien in der Schweiz rund 50 Zierpflanzen der Gattung Callistemon verkauft worden, die von einem italienischen Betrieb in die Alpenrepublik eingeführt wurden. In diesem Betrieb wurde kurze Zeit später ein Ausbruch von Ripersiella hibisci festgestellt. Dabei handele es sich um eine Schmier- oder Wolllaus, die ihren Lebenszyklus auf Pflanzenwurzeln verbringt. In Europa war ein Befall mit diesem Schadorganismus bislang noch nicht festgestellt worden, dennoch gelte der Schädling in der EU als besonders gefährlich.

Schädling befällt vor allem Topfpflanzen

Die Laus könne demnach verschiedene Wirtspflanzen befallen, ist aber speziell für Topfpflanzen, wie Hibiskus (Hibiscus), Oleander (Nerium oleander), Rhododendren, Feigen (Ficus), oder eben den in der Schweiz verkaufeten Zylinderputzer (Callistemon) gefährlich. Ebenso befalle der Schädling auch verschiedene Bonsaiarten. Befallene Pflanzen seien demnach zunächst durch ein verzögertes Wachstum geprägt, werden anschließend gelb und welk und sterben letztendlich gänzlich ab.

Pflanzen mit Nummer IT-19-0327 befallen

Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst hat daher jetzt reagiert und sämtliche Betriebe informiert, die Callistemon-Pflanzen vom italienischen Betrieb erhalten und diese zum Verkauf angeboten haben.  Es gelte demnach zwingend zu vermeiden, dass sich dieser neue und gefährliche Schadorganismus in der Schweiz ausbreitet und etabliert. Er würde eine erhebliche Gefahr für den produzierenden Gartenbau darstellen. Rückmeldungen zeigen laut Pflanzenschutzdienst, dass die meisten der 50 importieren Callistemon-Pflanzen zwischen März und Mai 2021 an Privatpersonen verkauft worden sind. Käufer:innen seien daher dringend dazu aufgerufen, sich sofort beim Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst zu melden, um eine Ausbreitung des Organismus in der Schweiz zu verhindern. Die Töpfe der befallenen Callistemon-Pflanzen sind mit einem Pflanzenpass (Plant Passport) mit Europäischer Flagge und der Nummer IT-19-0327 versehen.

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