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Christbäume: Herkunfts-Fälschern auf der Spur

Die Österreicher legen, weit mehr als die Deutschen, großen Wert auf einen heimischen Weihnachtsbaum. Damit es bei den importierten Bäumen keine Betrügereien gibt, kooperiert die Arbeitsgemeinschaft niederösterreichischer Christbaum- und Schmuckreisigproduzenten, mit dem Austrian Research Centers GmbH - ARC Seibersdorf. Was schon letztes Jahr begonnen wurde, wurde in diesem fortgesetzt und verfeinert: Stichprobenartige Isotopentests von Wasserstoff, Sauerstoff oder Schwefel von Weihnachtsbäumen auf ihren Wachstumsstandort hin, nicht zu verwechseln mit den Herkünften der Samen. Die Wasserstoff-Isotope in Österreich sind beispielsweise schwerer als die in Dänemark.

Mehrere chemische Elemente, in erster Linie solche, die nicht mit dem Dünger verabreicht werden, sollten überprüft werden. Häufigkeits- und Verteilungsmuster dieser Isotope sind typisch für die jeweilige Anbauregion. Dafür mussten die Anbauer angeben, welche Bewirtschaftungsmethoden sie angewendet haben und welche Flächen beerntet wurden. Die Laboruntersuchungen sind nicht billig, Karl Schuster von der ARGE Niederösterreich beziffert sie auf 500 Euro für einen Baum, bei einer größeren Anzahl gibt es Mengenrabatt. Aber diese Kosten lohnen sich. Schließlich steht eine Herkunftsfälschung für die Mitglieder der ARGE unter empfindlicher Strafe (bis zu 10.000 Euro). Anlass für diese Untersuchungen sind differierende Angaben: Die Importe liegen bei zehn bis 15 Prozent. Nach Händlerangaben müssten es viel weniger sein, denn 98 Prozent behaupten, nur einheimische Bäume anzubieten. Dieser Dunkelziffer auf die Spur zu kommen, ist das Motiv für das Isotopenprojekt.