Alle News

CLB-Fund in Bayern „nur ein Einzelfall“

Erstmals seit mehr als zwei Jahren ist in Deutschland wieder ein Befall mit dem Citrusbockkäfer (CLB) Anoplophora chinensis aufgetreten. Dabei handelt es sich um einen Einzelfund an einem Pseudo-Bonsai-Acer in einem Baumschulbetrieb in Bayern, wie das Julius-Kühn-Institut (JKI) auf Nachfrage der TASPO bestätigte. 

„Baum und Käfer wurden vom Pflanzenschutzdienst sichergestellt, es besteht kein phytosanitäres Risiko“, so die Aussage von Dr. Thomas Schröder vom JKI. Die Pflanzen stammen aus einem Mini-Bestand von gerade einmal fünf Pseudo-Bonsai-Bäumen einer niederländischen Baumschule in Andel (in der Provinz Noord-Brabant), die inzwischen in Konkurs gegangen ist, hat das niederländische Landwirtschaftsministerium (NL-Utrecht) herausgefunden.

„Die Partie Bäume wurde im Februar 2009 illegal aus China importiert und stand in einem abgeschlossenen Gewächshaus ohne andere Wirtspflanzen des Erregers“, so Pressesprecher Jan van Diepen. An den drei restlichen Bäumen habe man Ausflugslöcher gefunden, die allerdings aus der Zeit stammten, bevor die Bäume in die Niederlande importiert wurden.

Kein gravierender Fall also, werten die Experten. Der Fund macht aber wieder einmal deutlich, auf welchem dünnen Eis sich Baumschulen bewegen, die solche exotischen Gehölze nach Deutschland importieren. Gerade erst, am 20. April 2012, wurde das Importverbot für Acer aus China aufgehoben. Es gelten zwar weiterhin besondere Bestimmungen für Einfuhren aus China, aber die Pflanzenschutzdienste der Länder rechnen trotzdem mit steigender Kontrollarbeit in der nächsten Zeit.

Der Citrusbockkäfer als Quarantäneschädling gilt dank seiner versteckten Lebensweise im unteren Stamm und in der Wurzel als hoch gefährlicher Erreger. Baumschulen sollten angesichts dieser Gefahr noch einmal in sich gehen und überlegen, ob der Import solcher Ware wirklich das Risiko Wert sei, gibt Schröder zu bedenken. „In jedem Fall sollte ein Betrieb lieber einmal mehr als zu wenig einen Verdacht an den Berater oder direkt an den zuständigen Pflanzenschutzdienst melden“, rät er.

Besondere Vorsicht gerade gegenüber niederländischen Baumschulen und Importeuren bräuchten deutsche Betriebe nicht walten zu lassen. „Die Niederländer haben im Jahr 2008/2009 angesichts des Befalls im Gebiet um Boskoop deutlich bewiesen, dass sie über ein gutes Maßnahmenpaket verfügen und immer wieder gezeigt, dass sie rechtzeitig und offen warnen, wenn es Einzelfunde in anderen Exportländern gab.“

Sehr aktiv setzen sich die zuständigen Stellen einiger EU-Mitgliedsländer derzeit auch für Maßnahmen ein, die einer Einfuhr des als im Vergleich etwas weniger gefährlich eingestuften Asiatischen Laubholzbockkäfers Anoplophora glabripennis vorbeugen. Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Taspo 39/12 auf Seite 10. (kla)