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Consumer Goods Digital Day: neue Denkanstöße für den Handel

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Digitale Transformation, Alleinstellungsmerkmale des stationären Handels gegenüber Online-Shops sowie Ausblicke auf die wichtigsten Trends und sich verändernde Kundenbedürfnisse – diese Themen standen im Zentrum des Consumer Goods Digital Day, den die Messe Frankfurt am 20. April veranstaltete. Für die 3.658 internationalen Teilnehmer offerierte das digitale Live-Event neue Denkanstöße und praktische Handlungsempfehlungen.

Zum insgesamt zehnstündigen Live-Programm des Consumer Goods Digital Day gehörten nicht nur Vorträge und Panel-Diskussionen, sondern auch zahlreiche Networking- und Ordermöglichkeiten. Foto: Messe Frankfurt/Pietro Sutera

Aufruf zum vernetzten Denken: „Ihr Nachbar ist Ihr Freund, nicht Ihr Feind“

Eröffnet wurde der als Überbrückung bis zum nächsten Messebesuch gedachte Consumer Goods Digital Day von Keynote-Speaker und Digital-Business-Consultant Sanjay Sauldie, der die Teilnehmer zur aktiven Gestaltung der digitalen Transformation aufrief. „Wir müssen lokal gemeinsam handeln, vernetzt denken mit Händlern in der direkten Nachbarschaft. Ihr Nachbar ist Ihr Freund, nicht Ihr Feind“, lautete sein Appell an die Konsumgüterbranche. Um zum Gemeinschaftshandel zu werden, solle sich der stationäre Handel auf seine Stärken konzentrieren und beispielsweise eine gemeinsame Online-Präsenz von Einkaufsstraßen einer Stadt mit einem zentralen Shop bilden. „Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt all Ihrer Überlegungen und hören Sie nicht auf, Ihr Tun ständig zu hinterfragen, so wie es erfolgreiche Start-ups machen“, betonte Sauldie.

Marilyn Repp, Projektleiterin des Kompetenzzentrums Handel, machte als eine der weiteren Referenten des Consumer Goods Digital Day in ihrem Vortrag deutlich, dass der stationäre Handel trotz Online-Boom nach wie vor über wichtige Alleinstellungsmerkmale verfügt. Entscheidende Vorteile gegenüber digitalen Shops habe er, durch persönliche Beratung, die sofortige Verfügbarkeit der Ware und weil er immer mehr zum „Erlebnisschaffer“ werde, so die Expertin. „Digitale Erlebnisse kommen nicht an analoge Erlebnisse heran. Auch junge Menschen lieben trotz Online-Affinität individuelle Beratung vor Ort. Der stationäre Handel kann damit nach wie vor für diese Zielgruppe attraktiv sein – solange es Beratern gelingt, auch gut informierten Käufern überzeugende Impulse zu geben.“

Trendthemen und sich rasant verändernde Werte der Konsumenten

Im Verlauf der insgesamt zehnstündigen Veranstaltung wurden den 3.658 Teilnehmern – von denen sich laut Messe Frankfurt 59 Prozent aus dem Ausland zuschalteten – auch die wichtigsten Trends der Konsumgüterbranche präsentiert. „Die neue Art zu Arbeiten und das ‚neue Zuhause‘ haben großen Einfluss auch auf die Trends. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt hierbei auf Nachhaltigkeit. DIY, Reparieren und Secondhand kommt auf jeden Fall in der neuen Saison“, erklärte Claudia Herke vom Stilbüro bora.herke.palmisano, das mit den Ambiente, Christmasworld und Paperworld Trends 2021 die kommenden Farben und Materialien vorstellte.

Ebenfalls bestimmend ist das Thema Nachhaltigkeit, wie auf dem Consumer Goods Digital Day einmal mehr deutlich wurde. Dabei sei Nachhaltigkeit nicht die Frage nach „wie viel Bio wir sind, sondern die Frage, welche Haltung wir vertreten“, legte Silvia Talmon von The Retail Academy in ihrem Vortrag dar. „Machen Sie das, was Sie machen, authentisch und richtig“, so die Empfehlung der Expertin. „Sie können auch erst mit kleinen Schritten anfangen. Zum Beispiel mit nachhaltigen Angeboten für die eigenen Mitarbeitern, bevor Sie sich der nachhaltigen Sortimentsentwicklung annähern.“

Die konsequente Ausrichtung auf die sich rasant verändernden Werte der Konsumenten forderte insbesondere die finale Paneldiskussion des Consumer Goods Digital Day. Was Corona-bedingt mit einem stärkeren Interesse an Brotbacken, Gartenarbeit, DIY- und Heimwerker-Projekten bis hin zur Aufzucht von Hühnern begann, entwickle sich zu einer neuen Leidenschaft zur Selbstversorgung und starken Verbundenheit mit der Natur, legten die Trendexperten von Fashionsnoops dabei dar. Zudem habe die Pandemie weltweit das Homeoffice in Rekordzeit gesellschaftsfähig gemacht und viel schneller die „New Work“-Ära eingeläutet. Die Möglichkeit, von überall zu arbeiten, lasse die Menschen eine nie dagewesene neue Normalität der persönlichen Mobilität genießen. Gesundheit und Wellness werden auch im post-pandemischen Lebensstil an erster Stelle stehen, und persönliche Räume werden zu einem wichtigen Zufluchtsort.

Consumer Goods Digital Day ein „exzellenter Boxenstopp“

Aufzeichnungen von ausgewählten Inhalten des Consumer Goods Digital Day sowie zusätzliches Material einzelner Redner will die Messe Frankfurt nach eigener Aussage im Nachgang des digitalen Live-Events auf Conzoom Solutions, der Wissensplattform für die Konsumgüterbranche, bereitstellen. Digitale Veranstaltungen wie diese sehen die Verantwortlichen als dauerhafte Ergänzung zu Messen. „Was wir auf dem Consumer Goods Digital Day nicht ersetzen konnten – und auch nicht wollten – ist die persönliche Begegnung auf unseren Messen. Vielmehr haben wir nach über einem Jahr der Pandemie den Hunger nach Inspiration, geschäftlichem Austausch und Order für den Moment gestillt“, so das Resümee von Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Daher war der Digital Day ein exzellenter Boxenstopp, bis die persönliche Begegnung wieder uneingeschränkt möglich ist.“ Die Konsumgüterfachmessen Christmasworld, Paperworld und Creativeworld sowie Ambiente sollen 2022 wieder wie gewohnt stattfinden und auch zukünftig durch digitale Plattformen erweitert werden, so die Veranstalter.

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