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Container Centralen: Reparaturkosten laufen aus dem Ruder

Schon während seiner Einführung in den vergangenen zwei Jahren erregte die elektronische RFID-Kennzeichnung der CC-Container beim Logistiker Container Centralen die Gemüter. Dabei ging es aber eher um die Kosten, die auf die Nutzer mit der Anschaffung der RFID-Scanner zukamen. Nun muss Container Centralen sich mit den eigenen Kosten beschäftigen, denn diese drohen im laufenden Jahr 2012 die Einnahmen der Pool Fee zu übersteigen. 

Plagiate der Bretter treiben die Kosten in die Höhe. Foto: cc

„Die Entwicklung der Reparaturkosten für die Bretter läuft in die falsche Richtung“, sagt dazu Günter Gerland, der Geschäftsführer von Container Centralen in Deutschland als Begründung, „wir hätten natürlich die Möglichkeit, die Pool Fee entsprechend anzuheben, aber genau das wollen wir nicht.“

Schon im vergangenen Jahr seien die Reparaturkosten durch die Vielzahl von Plagiatbrettern exorbitant nach oben geschossen, aber in diesem Jahr komme noch ein zweiter Kosteneffekt hinzu. Für 2012 nicht kalkuliert war nach Aussage von Gerland der interne Umstrukturierungsprozess, bei dem CC Mitte des Jahres seinen Hauptsitz aus dem dänischen Odense ins niederländische Hoofddorp verlegt hatte.

„Diese Kosten waren nicht geplant“, sagt er, will aber nicht von wirtschaftlichen Schwierigkeiten sprechen, wie das niederländische Fachblatt „bloemenkrant“ auf seiner Internetseite unterstellt. Nehme man die „Einmaleffekte“ durch diesen unternehmensinternen Konzentrationsprozess heraus, „sieht Container Centralen gut aus, eine Kapitalspritze ist nicht nötig.“

Auch die „Suche nach einem Investor“ wie es die „bloemenkrant“ schreibt, gehe nicht von Container Centralen aus, sagt Gerland und bestätigt, dass es Interesse vom Vermarkter FloraHolland gebe, Gesellschafteranteile zu übernehmen. Bisher sind die dänische GASA und der niederländische Verband der Blumen- und Pflanzengroßhändler (VGB) die Eigner von CC.

Aber solche Strukturdiskussion kämen immer wieder hoch, so Gerland. Grundsätzlich sei ein starker Gesellschafter natürlich wünschenswerter als ein schwächerer und eine FloraHolland immer noch besser als ein Gesellschaftseigner, der nicht aus dem grünen Bereich kommt, wie Berggrün beispielsweise.

Interesse, CC mit Mehrheitsanteilen zu übernehmen, soll laut „bloemenkrant“ auch das Euro Pool System (EPS) zeigen, Europas größter Logistikdienstleister im Bereich der Mehrwegverpackungen, besonders bei Obst und Gemüse.

Dass offensichtlich Bewegung bei CC notwendig ist, machten schon die diversen Veränderungen in diesem Jahr deutlich: Anfang des Jahres verließ der Geschäftsführer Tonny Vansgaard Gravesen nach sechs Jahren Tätigkeit das Unternehmen. Seitdem ist Roel de Jong der Chef bei CC und will sich „stärker am Kundenbedarf“ ausrichten. Dann versuchte CC ebenfalls Anfang des Jahres durchzusetzen, dass gefälschte Bretter nicht mehr repariert werden – musste dieses Unterfangen dann aber aufgeben, weil der Protest aufbrandete. Eine Projektgruppe aus Vertretern der europäischen Gartenbaubranche entstand, um die Kosten- und Qualitätsprobleme in Verbindung mit den CC-Containerbrettern zu lösen. Und dann die Verlagerung des Hauptsitzes nach Hoofddorp, bei dem es auch zum Personalabbau kam. (ia)