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Corona: Betriebe sehen sich in Existenz bedroht

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Aktuell befindet sich Deutschland im Lockdown, doch bereits im „Lockdown light“ sahen sich unzählige Betriebe in ihrer Existenz bedroht. Besonders betroffen war das Gastronomiegewerbe, auch Gartenbaubetriebe mit angeschlossener Gastronomie waren damit betroffen. Laut ZVG müssten diese Betriebe bei den Hilfeleistungen aber stärker berücksichtigt werden.

Viele Unternehmen, vor allem aus der Gastronomie, sahen sich bereits im "Lockdown light" in ihrer Existenz bedroht. Die entsprechenden Hilfeleistungen können auch gärtnerische Betriebe mit angeschlossenem Café beantragen. Foto: Nattanan Kanchanaprat/ Pixabay

Betroffene Unternehmen des „Lockdown light“

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) sieht laut einer aktuellen Befragung rund ein Drittel vom „Lockdown light“ betroffenen der Betriebe von Existenzängsten bedroht. Insgesamt 1.500 Betriebe wurden zu der IAB-Studie zu ihrer Situation in der Corona-Krise und ihren Umgang damit befragt. Demnach seien rund zwölf Prozent der Betriebe in der zweiten Novemberhälfte von den Regelungen des Lockdowns betroffen. 90 Prozent der Betriebe aus dem Gastro-Bereich mussten demnach ganz oder teilweise schließen. In ihrer Existenz akut bedroht sahen sich in der zweiten Novemberhälfte 10 Prozent aller Betriebe, im Bereich Gastronomie waren es gar 47 Prozent, bei Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes 5 Prozent und im Baugewerbe war dies lediglich bei 3 Prozent der Fall. Zwei Drittel der Betriebe, die unter die Lockdown-Regelungen fallen, hatten zum Zeitpunkt der Befragung Unterstützungsleistungen für den Lockdown bereits beantragt oder planten dies zu tun. Weiterhin heißt es vom IAM, dass die Wirtschaftshilfen auch von Betrieben beantragt werden könnten, die nur indirekt vom Lockdown betroffen seien. Hier kommt dann auch der Gartenbau ins Spiel, wenngleich es laut Zentralverband Gartenbau (ZVG) noch Optimierungsbedarf bei den Hilfeleistungen gebe.

Betriebe mit angeschlossener Gastronomie stärker berücksichtigen

Gartenbau-Betriebe mit angeschlossenem Gastronomiebereich müssten bei den Novemberhilfen, die von der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurden, stärker berücksichtigt werden, erklärt der ZVG und hat dies in der vergangenen Woche in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier formuliert. ZVG-Präsident Jürgen Mertz bat darum, die betroffenen Unternehmen des Gartenbaus mit Restaurant- und Café-Betrieb in die Förderregularien für die Restaurants mit aufzunehmen und somit eine Gleichbehandlung zum Lebensmittelhandwerk herzustellen.

Produktionsbetriebe mit Hofcafé ebenfalls betroffen

„Auch zahlreiche Gartenbaubetriebe und Gartencenter haben Gastronomiebereiche und könnten als sogenannte verbundene Unternehmen von den Hilfen für den Gastrobereich profitieren“, betont Mertz. Ebenso betroffen wären Obst-, Gemüse- und Weinproduktionsbetriebe mit angeschlossenen Hofcafés. Allerdings machen diese Betriebsteile bei den allermeisten Unternehmen ebenso wie etwa bei Bäckereien nicht 80 Prozent des Gesamtumsatzes des Betriebes aus. Damit erfüllen sie bislang nicht die Voraussetzungen für die Beantragung der Corona-Hilfen.

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