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Corona: Neuer Lockdown ab Mittwoch

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Die Bundesregierung hat am Wochenende zusammen mit den Länderchefs der einzelnen Bundesländer einen neuen Beschluss zur Eindämmung der Corona-Pandemie verabschiedet, der ab Mittwoch in Kraft tritt. Demnach werde der Einzelhandel bis auf wenige Ausnahmen komplett geschlossen.

Den Einzelhandel trifft der neue Lockdown erneut hart. Foto: Benedikt Geyer/ Pixabay

„Wir sind zum Handeln gezwungen“

Der zuletzt beschlossene „Lockdown light“, habe laut Bundesregierung nicht gereicht, um der Ausbreitung des Corona-Virus‘ Einhalt zu gebieten. Am Wochenende beratschlagten sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs der Bundesländer erneut, um einen neuen Bund- Länderbeschluss zu erlassen, der ab Mittwoch in Kraft treten wird. Die Zahlen der Neuinfektionen haben in der vergangenen Woche Rekordhöhen in Deutschland erreicht, weshalb Infektionsketten nur noch schwer bis gar nicht nachvollziehbar seien. Ziel sei es, die die Kontaktnachverfolgung wieder möglich zu machen und eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen zu erreichen. „Deshalb sind wir jetzt zum Handeln gezwungen – und wir handeln“, betonte Bundeskanzlerin Merkel am Sonntag nach den Beratungen von Bund und Ländern. Weiterhin bat die Kanzlerin die Bevölkerung „in den nächsten Tagen Abstand zu nehmen von Kontakten, die nicht unbedingt notwendig sind, und damit einen Beitrag zu leisten, dass unser Gesundheitssystem nicht überfordert wird.“

Einzelhandel muss schließen

Die Regelungen des neuen Bund- Länderbeschlusses gelten laut Bundesregierung ab diesem Mittwoch und seien zunächst bis zum 10. Januar 2021 gültig. Die Kontaktbeschränkungen bleiben demnach weiterhin bestehen. Der Einzelhandel wird ab dem 16. Dezember 2020 geschlossen. Ausgenommen sind der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte für Lebensmittel, Direktvermarkter von Lebensmitteln, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz- und Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte sowie der Großhandel. Ebenfalls weiterhin erlaubt bleibt der Weihnachtsbaumverkauf. Betroffen von den Schließungen seien dieses Mal auch Bau- und Gartenmärkte. Unter diesem Link kann der neue Bund- Länderbeschluss komplett im Wortlaut abgerufen werden. Dennoch werde is in den einzelnen Bundesländern weiterhin unterschiedliche Regelungen geben. So gelte in Nordrhein-Westfalen dass „Verkaufsstellen zum Verkauf von Weihnachtsbäumen durch gewerbliche oder soziale Anbieter sowie Einzelhandelsgeschäfte, die kurzfristig verderbliche Schnitt- und Topfblumen verkaufen, soweit sie den Verkauf hierauf einschließlich unmittelbaren Zubehörs (Übertöpfe und so weiter) beschränken“ weiter geöffnet bleiben dürfen (Coronaverordnung NRW, §11, 7).

Handelsverbände stellen Forderungen auf

Im Zuge des neuen Beschlusses hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) gefordert, für den stationären Einzelhandel die Möglichkeit zuzulassen, Waren weiterhin per Click & Collect verkaufen zu dürfen. „Natürlich sind Sicherheit und Hygiene aktuell absolut notwendig. Click & Collect aus den Geschäften heraus, ist jedoch kontaktlos, gut organisiert und absolut hygienisch möglich, sichert die Versorgung und hilft damit allen die Krise leichter auszuhalten. Es ist eine wichtige Option, dem Handel in dieser verschärften Lage eine Perspektive zu bieten und ein geeignetes und milderes Mittel, als das quasi vollständige Verkaufsverbot“, erklärt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh. „All denjenigen, die wollen und können, muss es in diesen außergewöhnlichen Katastrophenzeiten möglich sein, ihre Kunden auch am Sonn- und Feiertag zu versorgen – sei es durch Bereitstellung, Ausgabe oder Auslieferung der Ware“, erneuert Wenk-Fischer die Forderung nach der Zulassung von Öffnungen an Sonn- und Feiertagen (TASPO Online berichtete).

Auch von Seiten des Handelsverband Deutschland (HDE) wurden bereits Forderungen nach Hilfsangeboten laut. „Der Einzelhandel hat in den letzten Monaten mit seinen Hygienekonzepten einen großen Beitrag zurBekämpfung der Corona-Pandemie geleistet. Wenn jetzt Geschäftsschließungen als notwendig angesehen werden, darf die Bundesregierung die Branche nicht im Regen stehen lassen. Dass viele Händler jetzt mitten im Weihnachtsgeschäft, der umsatzstärksten Zeit des Jahres, zusperren müssen, trifft die Branche und die Innenstädte hart. Das werden viele Unternehmen ohne entsprechende Staatshilfen nicht überstehen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

BGI: Warenfluss aufrechterhalten

Auf TASPO-Nachfrage sagte man beim Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI), dass der Warenfluss aufrechterhalten werden solle. „Wie beim ersten Shutdown im Frühjahr werden sich die Unternehmen des Blumen- und Pflanzengroßhandels flexibel auf die Belieferung ihrer Kunden einstellen und den Warenfluss aufrechterhalten. Aus den in dieser Zeit gemachten Erfahrungen wissen wir, dass die Blumenfachgeschäfte, die schließen müssen oder sich entscheiden dies zu tun, häufig einen Lieferservice für Ihre Kunden einrichten und ihr Geschäft in einen Werkstattmodus versetzen. Dies eröffnet aktiven Geschäften mit guter Kundenbindung, vor allem zu den kommenden Feiertagen, die Chance, trotz des Shutdowns Umsätze zu generieren. Der Großhandel kennt das große Engagement der Floristen und ist darauf eingestellt, dass die Fachgeschäfte nun kleinere Mengen in kürzeren Abständen ordern werden.  Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Situation ist für die gesamte Branche wichtig, damit eine Verbesserung des Infektionsgeschehens uns die Möglichkeit eines erfolgreichen Valentin-Geschäftes und einen guten Start in die Frühjahrssaison ermöglicht."

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