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Dänischer Experte zum Markt befragt: Die Branche macht EU-weit Milliarden-Umsätze

Trotz der eingetretenen beziehungsweise erwarteten Preissteigerungen können die Weihnachtsbaumanbauer in diesem Jahr bestenfalls kostendeckend arbeiten, nach einer Unterdeckung durch den massiven Preisverfall der vergangenen sieben Jahre. Ein Gewinn lasse sich aber immer noch nicht erzielen. Dies sagt Kaj ¯stergaard, Direktor des dänischen Weihnachtsbaum-Anbauerverbandes in einem Interview in den "News", dem Kundenblatt des Informationszentrums Nordmanntanne, Ausgabe II/2005. Die europäische Branchenstruktur erschwert genaue und verlässliche Zahlen. Die Dänen liegen mit ihren Werten und Aussagen gewöhnlich aber nah an den tatsächlichen Gegebenheiten. So hat der Verband die deutlichsten Produktionsrückgänge in Dänemark, Polen und Deutschland ausgemacht, Produktionssteigerungen hingegen in England, Schottland, Norwegen, Österreich und Ungarn. Sowohl die Produktionskosten als auch die Verbraucherpreise sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. So bringt eine Nordmanntanne in Norwegen, Österreich oder der Schweiz durchaus 75 bis 100 Euro in die Kasse der Einzelhändler, für deutsche Verhältnisse Traumpreise. Ob ein Weihnachtsbaumanbauer auf seine Kosten kommt, liegt neben dem Verkaufspreis natürlich auch an den Produktionskosten. Die liegen bei neun Euro pro Baum, sagt ¯stergaard in dem Interview und differenziert diese Summe noch einmal: 4,20 Euro pro Baum entfallen auf Anbau und Pflege, 2,30 auf die Ernte. Hinzu kämen eine Verzinsung von 0,80 Euro bei sechs Prozent, Pacht in Höhe von 1,20 Euro sowie Forst- und Verwaltungskosten von 0,50 Euro. Kommen Mitarbeiter aus den neuen EU-Staaten zum Einsatz, können die Kosten wieder um 1,80 Euro sinken, wie lange noch, sei jedoch ungewiss. Bei einem anderen Ansatz des Verbandsdirektors gelten folgende betriebswirtschaftliche Kennzahlen: 6000 Pflanzen pro Hektar, Mindestausbeute von 65 Prozent, eine Produktions- und Rotationszeit von elf Jahren, Realzins von sechs Prozent pro Jahr, Personalkosten von 18 Euro pro Mannstunde und 36 Euro pro Schlepperstunde inklusive Mann. Für eine wirtschaftliche Produktion ist aus dänischer Sicht eine Fläche von mindestens zehn bis 30 Hektar erforderlich.