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Dahlienzüchtung in Bad Köstritz: Lange Pause nach ‘Rotball’

Wo seit der Jahrhundertwende Dahlien gezüchtet werden, da begegnet man dieser Kultur auf Schritt und Tritt: Im Betrieb von Dirk Panzer, der die 5. Generation der Panzers im thüringischen Bad Köstritz präsentiert. Ob die 13-jährige Tochter von Dirk und Katrin Panzer in die Fußstapfen ihres Urururgroßvaters tritt, der 1874 die Gärtnerei gründete, steht noch nicht fest, Interesse zeige sie aber schon, so die Eltern. Panzer bewirtschaftet 2,5 Hektar Freiland und rund 1 000 Quadratmeter unter Glas und Folie. Der Betrieb war immer privat. Zu DDR-Zeiten ging die Züchtung freilich gegen Null – Aufwand und Nutzen standen in keinem vertretbaren Verhältnis. Als letzte Sorte kam Anfang der 50er Jahre die Balldahlie ‘Rotball’ auf den Markt, die jüngsten Züchtungen – alles Semikaktusdahlien – heißen ‘LaVie’ (gelb mit roten Spitzen), ‘Korallenglut’ (lachsorange) und ‘Claudias Herbsttraum’ (karminrot). Letztere beiden holten sich auf der Iga Rostock eine Silber- und eine Goldmedaille. Die Züchtung liegt heute in den Händen von Seniorchef Heinz Panzer. Im Trend sind nach seinen Worten niedrig wachsende, robuste, krankheitsresistente Sorten mit starken Stielen und: Sie müssen sich gut vermehren lassen. Derzeit führt die Gärtnerei in Bad Köstritz rund 200 Sorten, darunter auch die nun schon legendäre ‘Rotball’. Die Ware geht vorwiegend an Wiederverkäufer. Mit dabei ist Panzer beim Köstritzer Dahlienfest im September, bei dem seit Jahrzehnten die schönste Dahlie und die Dahlienkönigin gewählt wird.