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Das Schwarze Kohlröschen

Das Schwarze Kohlröschen als ihr bekanntester Vertreter repräsentiert die kleine Gruppe der Berg-Orchideen. Mit seiner Wahl zur Orchidee des Jahres 2007 durch die Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland (AHO) soll auf die Problematik des Schutzes und der Erhaltung alpiner Lebensräume hingewiesen werden. Das Schwarze Kohlröschen, im Volksmund auch Braunelle oder Brändeli genannt, ist heute in Deutschland nur noch in den Naturräumen "Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen" und "Nördliche Kalkhochalpen" in Südbayern zu finden, ein Vorkommen am Feldberg im Schwarzwald ist seit längerer Zeit erloschen. Es besiedelt alpine Magerrasen (Blaugrashalden, Borstgrasmatten) - auch offene Stellen im Zwergstrauchgestrüpp - meist auf Kalk, aber auch auf sauren Böden zwischen 1200 und 2350 Meter, nur ganz selten verirrt es sich auch einmal in tiefere Lagen bis auf 900 Meter hinunter. Die bis zu 20 Zentimeter hohen Pflänzchen haben grasartig schmale, aufrechtstehende Blätter. Der dichte Blütenstand ist anfangs kegelförmig, voll erblüht eiförmig. Die kleinen Blüten sind dunkelbraunrot, von weitem fast schwarz, nur selten findet man weißgelbe, hellrote oder - in den Dolomiten - auch gelbrote Farbvarianten. Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Orchideen steht die dreieckige Lippe mit ihrer ausgezogenen Spitze nach oben, sie ist am Lippengrund nicht eingerollt. Die Blüten duften intensiv nach Schokolade oder Vanille. Gefährdet ist Nigritella rhellicani durch Überweidung der Almen. In Bayern gehört das Schwarze Kohlröschen zu den besonders geschützten Pflanzen, laut Roter Liste ist es noch ungefährdet.