Alle News

DBV und ZVG für Lockerung der Vorgaben: Konzept für mehr hiesige Saisonkräfte

Schrittweise mehr einheimische Saisonarbeitskräfte erreichen, das will die Bundesagentur für Arbeit (BA). Denn "hier gibt es ein durchaus beachtliches Beschäftigungspotenzial für deutsche Arbeitslose", so die Bundesbehörde anlässlich einer von ihr veranstalteten Fachtagung zum Thema. Vertreten war auch der Deutsche Bauernverband, der zusammen mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG), dem Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GFLA) und der Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeber ein eigenes Konzept vorlegte. Es zielt vor allem darauf ab, die Vorgaben für inländische Saisonkräfte zu lockern, was wiederum auf Ablehnung bei der Gewerkschaft stieß. Die Bundesagentur selbst legte unterdessen mit ihrer an die Arbeitsagenturen gerichteten "Arbeitshilfe Saisonbeschäftigung" einen Katalog von Maßnahmen vor, um die Saisonbeschäftigung einheimischer Arbeitnehmer zu erhöhen. Was mit dem vom DBV vorgelegten Vorschlag gemeint ist, konkretisierte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner in einem Schreiben an maßgebliche Politiker. So soll eine Änderung der Definition einer kurzfristigen Beschäftigung ermöglichen, dass für bisherige Arbeitslose bei Aufnahme einer Saisonbeschäftigung keine Sozialbeiträge anfallen. Einziges Kriterium für das Vorliegen einer kurzfristigen Beschäftigung soll nur noch der zeitliche Aspekt sein. Ersatzlos entfallen solle die Einschränkung, dass eine kurzfristige Beschäftigung nicht vorliegt, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird. Laut DBV zielt der Vorschlag im Einzelnen darauf ab, dass ein bisher Arbeitsloser während der kurzfristigen Beschäftigung den Tariflohn vom Arbeitgeber erhält. Für diesen Zeitraum würde die BA die Leistungszahlung einstellen, jedoch weiterhin die Beiträge zur Sozialversicherung entrichten. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hätten den Vorteil, dass sie keine Sozialversicherungsbeiträge für die Saisontätigkeit entrichten müssten. Im Vergleich zur derzeitigen Rechtslage wäre für den Arbeitnehmer der Nettolohn höher und für den Arbeitgeber die Lohnkosten niedriger - für beide Motivation genug, diesen Weg zu testen, so der DBV.