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Der Wert von Grün auf dem Symposium "Die grüne Stadt"

Der Wert von Grün scheint unbestritten - solange es nichts kostet. Vollmundigen Erklärungen der Politik stehen Einsparungen im öffentlichen Grün gegenüber, Maßnahmen im Freiraum werden allzu häufig noch nach dem Motto "was haben wir denn noch an Mitteln übrig? (Grün brauchen wir auch noch!)" durchgeführt. Doch um welche Werte geht es überhaupt - und welche Beispiele zeigen, dass sich Investitionen ins Grün für Kommunen und private Investoren tatsächlich rechnen? Das Forum "Die Grüne Stadt" griff die Frage nach dem Wert des Grüns in ihrem Symposium anlässlich der GaLaBau-Messe in Nürnberg auf. Ganz deutlich zeigten die dort vorgestellten Beispiele - nachzulesen in der TASPO 40/06 - , dass der Wert von Grün in starkem Maße davon abhängt, wann sich die Investoren und Planer mit dem Außenraum beschäftigen. Die möglichst frühe Verbindung von Innen und Außen führt zu Lösungen, die dann von den Bauherren und vor allem von den Nutzern anerkannt werden. Nicht nutzbares "Verlegenheitsgrün" dagegen verursacht Kosten, denen kaum ein Wert gegenübersteht, weil es von niemanden "wertgeschätzt" wird, damit in der Folge schnell verwahrlost und so wiederum Kosten verursacht (und dem Image des Projektes schadet). Leider, so konstatierte der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hanns- Jürgen Redeker, werde der grüne Sachverstand bei Baumaßnahmen noch immer zu spät hinzugezogen - eine Tatsache, die schon lange bemängelt wird. Aufgabe muss es deshalb für die Zukunft sein, noch stärker als bislang über Strategien nachzudenken, wie dem Kunden die wertsteigernden Möglichkeiten von Grün vor Augen geführt werden können. Auf dem Symposium konnte diese Frage nicht abschließend beraten werden, in Bezug auf die Diskussion beim öffentlichen Grün mag eine neue Veröffentlichung der GALK Interessierten weiterhelfen, die aktuell über das Internet abrufbar ist. Unter der Adresse www.galk.de veröffentlichte die Ständige Konferenz der Gartenamtsleiter die Ergebnisse einer Forschungsarbeit der GALK-DST unter dem Titel "Bedeutung von Freiräumen und Grünflächen für den Wert von Grundstücken und Immobilien. Ein Forschungsprojekt, das "in recht eindeutiger Weise zeige, dass vielgestaltige positive Wirkungen von Freiräumen auf den Bodenwert existieren." Höchst bedeutsam für die Wirkungen der Freiräume auf den Bodenrichtwert seien dabei die Aktivitäten der Grünflächenämter. Mit zunehmender Qualität des Pflegezustandes steige der mittlere Bodenwert der Untersuchungsstandorte in "signifikanter Weise steil an". Ganz offensichtlich ist dieser Zusammenhang den Investoren noch nicht ausreichend bekannt - ein Zustand, an dem die grüne Stadt durch ihre Arbeit etwas ändern möchte.