Alle News

Warnung vor unveredelten Weinstöcken: Die Reblaus ist wieder im Kommen

Unverzagt nagt die Ende des 19. Jahrhunderts aus Amerika eingeschleppte Reblaus auch heute noch an den Weinstöcken in Franken - jedoch seit einigen Jahrzehnten ohne die Verwüstungen anzurichten, die vor rund hundert Jahren ganze Weinbauregionen zerstörten. Weil europäische Reben inzwischen auf amerikanischen Wurzeln wachsen, kann die Laus ihnen nichts anhaben. Anders sähe es aus, wenn vermehrt unveredelte Reben gepflanzt werden.

Dass die Möglichkeit dazu leider immer mehr besteht, befürchtet die Bayerische Landesanstalt für Garten- und Weinbau in Veitshöchheim. Erst jüngst seien in der Filiale einer großen Baumarktkette wieder unveredelte Reben zum Kauf angeboten worden. Herkunftsland Holland. Veredelte Pflanzen sind leicht zu erkennen: An der Stelle des Stämmchens, an der die Unterlage mit dem Edelreis verwachsen ist - etwa zehn bis 15 Zentimeter über der Erde - bildet die Pflanze ähnlich einer Narbe einen dicken Wulst. Meist schützt eine Wachsschicht die Wunde vor dem Austrocknen. Fehlt dieser Wulst, besitzt der Weinstock reblausanfällige Wurzeln und darf nicht gepflanzt werden. Bei wurzelechten Reben ragen meist ein oder mehrere Triebe aus dem Topf, Stecklinge, die zum Bewurzeln einfach in die Erde gesteckt wurden. Der Rebschutzbeauftragte ist unter der Telefonnummer 09 31-9 80 15 72 zu erreichen und empfiehlt den Verbrauchern, unveredelte Pflanzen dem Händler zurückzubringen.