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Deutscher Gartenbautag 2013: die Zukunft des Gartenbaus

Zahlreiche Gärtner, Vertreter der Politik und Wirtschaft sowie Pressevertreter sind am 6. September zum Deutschen Gartenbautag in Hamburg zusammengekommen, um sich unter dem Motto „Gärtner – der Zukunft gewachsen“ über die Zukunft der Branche und aktuelle politische Themen auszutauschen. Dr. Robert Kloos, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), verwies auf die engen und guten Kontakte zwischen Verband und Ministerium, so sehe er sich als Vertreter des „Gartenbauministeriums“. 

Er machte dies an verschiedenen Erfolgen fest, zum Beispiel an Projekten im Energiebereich wie ZINEG und dem Bundesprogramm Energieeffizienz, aber insbesondere auch an der Bearbeitung der Clusterstudie Gartenbau. Er hob die wirtschaftliche Bedeutung der Branche hervor und betonte die stetig gute Entwicklung des Gartenbaus, mit dessen Zukunftsfragen man sich auf dem Zukunftskongress Gartenbau am 10. und 11. September in Berlin auseinandersetzen werde.

Kloos: Entscheidend ist nicht zuletzt ein gutes Wissens- und Informationsmanagement

„Die Gartenbaubranche ist gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ihr gelingt es, die Verbraucher mit einem vielfältigen Angebot zur Verschönerung ihres Lebensumfeldes und zu einer gesunden Ernährung mit schmackhaftem Obst und Gemüse zu bewegen. Der Gartenbau hat die Chancen der Dienstleistungsgesellschaft erkannt und nutzt sie zunehmend“, sagte Kloos. Entscheidend für den Erfolg sei nicht zuletzt ein gutes Wissens- und Informationsmanagement, damit nicht nur die Branche selbst, sondern auch die Kunden mit Informationen über Pflanzen und ihre Produkte versorgt werden und die Nachfrage nach gärtnerischen Produkten steigt.“

Weiterhin sicherte Kloos dem Gartenbau seine Unterstützung zu: „Mit einer verlässlichen Agrarpolitik, die die speziellen Wirtschaftsbedingungen der Gartenbauer im Blick hat, unterstützen wir die Branche bei den anstehenden Gesetzesänderungen und Herausforderungen der Zukunft“, sagte Kloos. Das gelte zum Beispiel für Fragen der Düngung, des Saatguts oder des Pflanzenschutzes. Erst kürzlich ist nach jahrelangem Bemühen das sogenannte Verbundprojekt Lückenindikation gestartet, die für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für Kulturen mit kleinem Flächenumfang Daten sammelt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt das Projekt mit rund 300.000 Euro.

Mertz zum Thema Energiewende: für den Umstieg der Betriebe braucht es zusätzliche Anreize

ZVG-Präsident Jürgen Mertz begrüßte nach mehreren Jahren der Ausarbeitung und in Abstimmung mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) nun den Start des Verbundprojektes Lückenindikation und nannte es einen wichtigen Beitrag der Wirtschaft zur Lösung des Problems. Bei der Bewältigung des Energiewende machte der Staatssekretär deutlich, dass die Zahlung der restlichen Beiträge zwar erfreulich sei, dies jedoch nicht als Schlusspunkt gesehen werden kann: „Wir brauchen zusätzliche Anreize, um den Betrieben den Umstieg auf nachhaltige Energiequellen und die Schaffung einer möglichst hohen Energieeffizienz zu ermöglichen.“ Weiterhin drängte Mertz darauf, dass einer übermäßigen Flächenkonkurrenz durch eine Anpassung in den Fördersätzen entgegengewirkt wird, um Wettbewerbsverzerrung zu Lasten alternativer Flächennutzung zu vermeiden. Außerdem machte er auf den unbefriedigenden Stand der Diskussion zur Umsatzsteuer auf Wärmebezug aus Blockheizkraftwerken (BHKW) aufmerksam, und betonte, dass er sich auch weiterhin dafür einsetzen werde. Die Notwendigkeit eines ermäßigten Umsatzsteuersatzes auf Blumen und Pflanzen nannte Mertz „unumstößlich“ und forderte die Politik auf, diese Notwendigkeit auch weiterhin anzuerkennen.

Abschließend forderte der ZVG-Präsident alle Landesverbände und Mitglieder auf, die ZVG-Nachwuchswerbekampagne aktiv zu nutzen, um qualifizierte Fachkräfte für die Zukunft des Gartenbaus zu sichern. Auch Jonas Bergner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ), unterstrich die Wichtigkeit der Sicherung des Berufsnachwuchses: „Gute Mitarbeiter fallen nicht vom Himmel. Sie brauchen eine gute Ausbildung, Raum zur Förderung und Entwicklung.“ Bergner appellierte an die anwesenden Vertreter der Politik und Unternehmer, ein modernes Bild des Gärtners nach außen zu tragen und in die Ausbildung talentierter Nachwuchskräfte zu investieren, genauso wie den Junggärtnerverband als einzige berufsständische Jugendorganisation zu unterstützen.

Denn die Branche benötige die besten zukünftigen Fachkräfte. Einem Teil davon konnte anschließend auch gleich gratuliert werden, nämlich zum Sieg im Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner (BWB). In Vertretung der Schirmherrin Bundesministerin Ilse Aigner zeichnete Staatssekretär Dr. Robert Kloos die engagierten Sieger aus.

Staatsrat Dr. Bernd Egert hob in seinen Grußworten die Bedeutung des Gartenbaus am Standort Hamburg hervor und machte dies an Daten der Clusterstudie Gartenbau deutlich. Nicht zuletzt sei dies der Anlass, ein Entwicklungsprogramm in der Freien und Hansestadt Hamburg aufzulegen. Dafür lohne es sich bei jungen Menschen zu werben, die Nachwuchswerbekampagne des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) biete dafür eine gute Basis, um talentierte Nachwuchskräfte für den Beruf des Gärtners zu begeistern. (zvg)