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Deutscher Gartenbautag: Inwertsetzung von Produkten hat „höchste Priorität“

Der Gartenbau muss in der Politik verstärkt Gehör finden. Diese Forderung hat der Zentralverband Gartenbau (ZVG) auf dem Deutschen Gartenbautag 2014 erneuert. ZVG-Präsident Jürgen Mertz erinnerte in diesem Zusammenhang an den Forderungskatalog des ZVG zur Bundestageswahl und versprach, bei Themen wie Energieprogramm oder steuerliche Risikoausgleichsrücklage nicht locker zu lassen und die Politik auch in Zukunft zu fordern. 

ZVG-Präsident Jürgen Mertz bei seiner Rede zum Deutschen Gartenbautag am 25. September in Berlin. Foto: ZVG

Im Koalitionsvertrag sei der Gartenbau mit dem Thema Energie genannt. Heute sei jedoch festzustellen, dass in diesem Sinne nichts passiert sei. Aktuell habe das Bundesumweltministerium mitgeteilt, dass für ein neues Energieprogramm keine Mittel zur Verfügung stünden. Daher versprach ZVG-Präsident Mertz, hier nicht locker zu lassen und die Politik zu fordern. Dies gelte auch für die anderen Themen des ZVG-Forderungskataloges: Flächenverbrauch, Kompensationsverordnung und steuerliche Risikoausgleichsrücklage.

So seien die Auswirkungen des Russland-Embargos gerade eine gute und richtige Gelegenheit, das Thema steuerliche Risikoausgleichsrücklage engagiert auf die Tagessordnung zu setzen. Hier könne man Betrieben helfen, Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Mertz dankte dem Bundeslandwirtschaftsministerium für den Anschub zur Cluster-Studie des Thünen-Instituts und den Zukunftskongress mit der Zukunftsstrategie Gartenbau. Auch der ZVG sei hier aktiv und habe sich drei Bereiche vorgenommen: Wissenschaft und Forschung, Inwertsetzung von Produkten und Leistungen sowie Inwertsetzung des ZVG als Verband. Der Bereich Inwertsetzung von Produkten habe für ihn höchste Priorität, so Mertz. Eine Arbeitsgruppe sei aktiv unterwegs im Hinblick auf geeignete Maßnahmen.

Das Verbundprojekt Zineg sei ein hervorragendes Beispiel für eine vernetzte Forschungslandschaft mit zukunftsweisenden Ergebnissen. Notwendig seien beispielsweise Aktivitäten zur Unterstützung effektiver Transfersysteme der Erkenntnisse in die Praxis. Hier seien auch die Wissenschaftler gefragt.

Abschließend sprach Mertz die Große Koalition an. Das Unwort des Jahres sei für ihn „Tarifautonomiestärkungsgesetz“. Es gehe hier für ihn nicht um das Thema Mindestlohn, sondern darum, dass sich der Gesetzgeber erstmals direkt in die Tarifpolitik einmische. Dies erfülle ihn mit großer Sorge. Nachdrücklich forderte er die Wirtschaftspolitiker auf, sich gegen das immer enger werdende Korsett der Unternehmer einzusetzen. (ts/zvg)