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Deutscher Torf- und Humustag: 50 Prozent des gesamten Torfes dient der Energiegewinnung

Gerald Schmilewski von Klasmann-Deilmann (Geeste) stellte während des deutschen Torf- und Humustages eine Studie zur sozioökonomischen Bedeutung der Torf- und Substratwirtschaft in der EU vor. In Auftrag gegeben wurde sie von der European Peat And Growing Media Association (EPAGMA). Dieser Vereinigung gehören 16 Torfproduzenten in elf EU-Staaten an, die 65 Prozent des Torfs in der EU produzieren. Insgesamt machen die Moorflächen weltweit (alle Moortypen) vier Millionen Quadratkilometer aus. In der EU sind es 282.000 Quadratkilometer. Zum Torfabbau werden davon weltweit 2.000 Quadratkilometer genutzt, das entspricht 0,05 Prozent vom Gesamtvorkommen. Innerhalb der EU wird auf 1.200 Quadratkilometern Torf abgebaut, das ist ein Anteil von 0,4 Prozent der europäischen Moorflächen. 2005 wurden in der EU 64 Millionen Kubikmeter Torf gewonnen, Hauptproduzenten sind Finnland (40 Prozent), Irland (21 Prozent) und Deutschland (13 Prozent). Dabei entfallen nur 42 Prozent der Gesamtmenge auf die Verwendung in Kultursubstraten. Fünf Prozent werden zur Bodenverbesserung eingesetzt. Aber 50 Prozent dienen der Energiegewinnung, vor allem in Ländern wie Finnland, Schweden und Irland. So genannte reine Verbraucherländer wie Österreich, Belgien, Italien, Niederlande und Spanien verwenden ihren gesamten Torfverbrauch, bei dem es sich fast ausschließlich um Importe handelt, für die Herstellung von Substraten und Blumenerden. Jährlich werden in der Europäischen Union etwa 22 Millionen Kubikmeter Substrate für den Erwerbsgartenbau produziert. Davon macht Torf 86 Prozent aller Ausgangsstoffe aus. Bei den verbleibenden 14 Prozent aller Substratausgangsstoffe entfallen 0,7 Millionen Kubikmeter auf Mineralwolle-Substrate. Bei der Produktion von Hobby-Substraten beträgt der Anteil an anderen Ausgangsstoffen 31 Prozent, den größeren Teil mit 69 Prozent macht Torf aus. Von den über 37 Millionen Kubikmetern der in der EU produzierten Kultursubstraten und Blumenerden werden 71 Prozent auf den heimischen Märkten verkauft, 25 Prozent innerhalb der EU exportiert und vier Prozent gehen in Nicht-EU-Länder. Splittet man den Torfverbrauch für die Herstellung von Profi-Substraten nach den verschiedenen Segmenten auf, entfällt der Hauptanteil mit 48 Prozent auf den Zierpflanzenbau, gefolgt vom Gemüsebau mit 27 Prozent und der Baumschule mit 17 Prozent. Drei Prozent beträgt der Anteil des Pilzbaues, ein Prozent der des Obstbaues, und vier Prozent machen andere Einsatzbereiche aus.

In der Torf- und Substratwirtschaft sind etwa 11.000 Arbeitskräfte beschäftigt, die direkt mit Torf/Substraten für den Gartenbau zu tun haben. Dazu zählen die Bereiche Verwaltung, Gewinnung, Verarbeitung, Vermarktung sowie Forschung und Entwicklung. Der jährliche Umsatz ab Werk betrug 2005 1,3 Milliarden Euro. Nach dieser Studie produzieren 62.000 Gartenbaubetriebe in der EU Schnitt- und Topfpflanzen auf einer Fläche von 56.000 Hektar mit einem Produktionswert von zwölf Milliarden Euro. 18.000 Baumschulen erzielen auf 110.000 Hektar einen Produktionswert von fünf Milliarden Euro. Im Gemüsebau bewirtschaften 39.800 Betriebe zwei Millionen Hektar mit einem Produktionswert von 45 Milliarden Euro. Der EU-Gartenbau beschäftigt 173.000 Vollzeitbeschäftigte im Blumen- und Zierpflanzenbau und in den Baumschulen. Im Gemüsebau arbeiten 600.000 in Vollzeit.