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DGB: Schlechte Wertung für Gärtnerausbildung

Bereits zum zweiten Mal nach 2006 hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seinen Ausbildungsreport 2007 vorgelegt. In diesem Bericht bewertet der DGB die Qualität der Ausbildung der 25 am meisten nachgefragten Berufe. In dem Ranking landet der Gärtnerberuf auf dem vorletzten Platz, hinter den Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe und noch vor dem Maler und Lackierer. Eine Einschätzung, der der Zentralverband Gartenbau, der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau und die Arbeitsgemeinschaft der Junggärtner deutlich widersprechen.

Der DGB befragte insgesamt 4017 Auszubildende aus allen Ausbildungsjahren in den erwähnten 25 Berufen. Darunter waren 86 Auszubildende im Gartenbau, wobei nicht nach unterschiedlichen Fachrichtungen unterschieden wurde, teilte Marco Frank, politischer Referent im Bereich Jugend des DGB-Vorstandes auf Nachfrage der TASPO mit. Die Befragung erfolgte schriftlich per Fragebogen und klassenweise in den Berufsschulen, um sowohl positive wie auch negative Meinungen aus unterschiedlich großen Betrieben zu ermitteln. Die Auswahl der Berufsschulzentren erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Der DGB erhebt mit dieser Studie keinen Anspruch auf Repräsentativität, meint aber, dass diese Ergebnisse als Orientierung dienen können. Wie Frank erläuterte, ließen sich durch die Art der Erhebung auch aus diesen Stichproben verlässliche Aussagen gewinnen.

Das schlechte Abschneiden des Gärtnerberufs resultiert den Ergebnissen des DGB zufolge aus mangelnder fachlicher Anleitung, einem hohen Maß an ausbildungsfremden Tätigkeiten und zu vielen Überstunden. Gerade bei den Kriterien Ausbildungsinhalte und fachliche Anleitung landet der Gärtnerberuf in diesem Report auf dem letzten Platz. Beim Thema Überstunden kritisiert der DGB in seinem Bericht, dass besonders in der Gartenbaubranche vermehrt Haupt- und Realschüler ausgebildet würden, für die in den ersten Jahren oft noch das Jugendarbeitsschutzgesetz gelte. Dieses würde aber so gut wie nie eingehalten.

Insgesamt – nicht nur auf den Gartenbau bezogen – stellt der DGB fest, dass tendenziell regelmäßig mehr Überstunden geleistet werden müssen. Auch die Zahl derjenigen, die nach der Lehre übernommen werden, ist gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Lag sie 2006 noch bei 22 Prozent, wurden 2007 nur noch 16,8 Prozent übernommen. Außerdem bemängelt der DGB, dass nur 23 Prozent der Betriebe überhaupt ausbilden.

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