Die Bio-Branche ist im Aufwärtstrend

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In den vergangen Jahren kann sich der Markt an Bio-Lebensmitteln an deutlichen Zuwächsen erfreuen. Foto: Pixabay

Die Bio-Brache kann derzeit auf positive Entwicklungen blicken. Der globale Bio-Markt nähert sich einem Umsatz von 90 Milliarden US-Dollar und besonders Nordamerika und Nordeuropa weisen hohe Wachstumsraten. Dies wirkt sich vorteilhaft auf die Zukunftsprognosen des internationalen Marktes an Bio-Lebensmitteln aus.

Schweden und Frankreich internationale Spitzenreiter

Ausgehend von der Organic Trade Association (OTA) lag der Markanteil Bio-Produkten in den USA im Jahr 2016 bei 5 Prozent und einem Jahresumsatz in Höhe von 43 Milliarden US-Dollar. In Europa wuchs der Markt dagegen um knapp 10 Prozent und im Vereinigten Königreich um 7 Prozent. Im internationalen Vergleich gehören Schweden und Frankreich auch 2016 wieder zu den europäischen Spitzenreitern. 

„Der globale Markt für Bio-Lebensmittel sowie -Getränke nähert sich 2016 nach vorläufigen Berechnungen einem Volumen von rund 90 Mrd. US-Dollar. Hohe Wachstumsraten gab es in allen Weltregionen, besonders jedoch in Nordamerika und Nordeuropa“, stellt Amarjit Sahota von der Londoner Unternehmensberatung Ecovia Intelligence (vormals Organic Monitor) fest. Jedoch gibt es auch Bedenken bezüglich einer ausreichenden Versorgungssicherheit mit Bio-Rohstoffen. „Wir freuen uns sehr, schon jetzt über ein weiterhin anhaltendes Wachstum bei der Bio-Fläche weltweit im Jahr 2016 berichten zu können. In den meisten europäischen Ländern hat die Bio-Fläche 2016 zugenommen, wenn auch nicht in allen“, erläutert Helga Willer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in der Schweiz. 

Kontinuierliches Wachstum in Deutschland

Der deutsche Bio-Markt verzeichnete im Jahr 2016 ein Plus von 9,9 Prozent. Auf allen Verkaufswegen wurde so ein Umsatz in Höhe von 9,48 Millionen Euro erzielt. Für das Jahr 2017 wird ein Ergebnis über 10 Milliarden erwartet. Dabei legten vor allem konventionelle Supermarktketten (LEH) durch ihr Bio-Angebot um 14,6 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro zu, was auf günstige Preise bei Eigenhandelsmarken sowie eine Erweiterung des Angebots zurückzuführen ist. Im Naturkostfachhandel wuchs der Umsatz so um 5 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. 

Jeder zweite Euro, der für Bio-Produkte ausgegeben wird landet im LEH, jeder dritte dagegen im Fachhandel. Eher geringe Zuwächse in Höhe von 2,2 Prozent konnten bei alternativen Verkaufskanälen wie Direktvermarktung auf Höfen oder Wochenmärkten, Reformhäusern, Tankstellen, Versandhandel oder das Lebensmittelhandwerk wie Bäckereien oder Metzgereien festgestellt werden.

Österreich weist konstanten Umsatz auf

Österreich ist neben Dänemark und der Schweiz Vorreiter für Bio-Erzeugung und -Konsum in Europa. Der Anteil an Bio-Lebensmitteln am Gesamtumsatz nimmt stetig zu: 2013 lag dieser bei 6,7 Prozent, 2017 im ersten Halbjahr bei 8,6 Prozent. 

Die Schwerpunkte der Bio-Qualität liegen bei Eiern (20 Prozent Marktanteil), Frischmilch (18 Prozent), Kartoffeln (16 Prozent) und frischem Gemüse (14 Prozent) und weniger bei Fleisch (4,6 Prozent), Wurst und Schinken (2,6 Prozent) in 2016. Dabei stagniert die Anzahl der Bio-Betriebe seit den 90er Jahren auf einem hohen Niveau. Mit einem Gesamtumsatz in 2016 bei 1,6 Milliarden Euro entfielen darunter 75 Prozent auf den LEH, 19 Prozent auf den Fachhandel und 6 Prozent auf die Gastronomie.

Kräftiges Wachstum in Italien

In Italien ist ein deutlicher Zuwachs mit zweistelligen Wachstumsraten 2016 in Bezug auf die Anbaufläche und die Zahl der Bio-Betriebe zu verzeichnen. Die Bio-Fläche betrug insgesamt 1,8 Millionen Hektar. Zuwächse werden vor allem bei Gemüse (+49 Prozent), Getreide (+32 Prozent) sowie bei Oliven- und Weinbauflächen (+23 Prozent) deutlich. Insgesamt kann Italien auf einen Bio-Umsatz mit einem Plus von 14 Prozent zurückblicken.

Aktuell werden 14,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Italiens biologisch bewirtschaftet, was zu einem Bio-Gesamtumsatz im Jahr 2016 in Höhe von 3 Milliarden Euro beiträgt. Insgesamt  72.154 Unternehmen handeln mit oder erzeugen Bio-Produkte. Davon sind etwa 56.000 Bio-Landwirte. 

In diesem Zusammenhang kann der LEH eine positive Entwicklung in Höhe von 16 Prozent feststellen. Neben dem Naturkostfachhandel mit 3,5 Prozent liegt auch für Lieferdienste, Wochenmärkte und Hofverkäufe ein Wachstum von 13 Prozent vor. Der Gesamtumsatz mit Bio-Lebensmitteln in Italien 2016 beläuft sich auf 3 Milliarden Euro.

Hoher Umsatzsprung in Frankreich 

Im französischen Handel ist bei Naturkostfachgeschäften, im konventionellen Einzelhandeln und in der Direktvermarktung ein Umsatz von 1,2 Milliarden Euro in 2016 festzuhalten. Die Branche kam auf ein Wachstum von 21,7 Prozent und landete insgesamt bei 6,7 Milliarden EUR Umsatz. 

Zugelegt haben insbesondere die Produktkategorien Obst und Gemüse mit 33 sowie das Trockensortiment mit 24 Prozent. Zudem konnte Bio-Fleisch deutlich hinzugewinnen, Fachmärkte immer häufiger Wurst- und Fleischabteilungen und -theken etablieren.

Schweden mit weltweit höchstem Bio-Anteil

In Schweden ist seit vier Jahren ein starker Bio-Trend sichtbar, der damals enorme Wachstumsraten von 30 bis 40 Prozent mit sich brachte. Zwischen 2014 und 2016 verdoppelte sich so der Bio-Markt auf 2,6 Milliarden Euro.

Aktuell ist der Markt gesättigt und das Wachstum steigt nur langsam an. Schätzungen zufolge lag der Zuwachs im ersten Halbjahr 2017 bei 7 bis 8 Prozent. Durch den schnellen Anstieg des Bio-Anteils zählt Schweden mit 9,3 Prozent inzwischen zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Anteil.

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