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Diskussion: Steuer auf Pflanzenschutzmittel?

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Lässt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch Besteuerung minimieren? Antworten auf diese Frage soll ein Gutachten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung im Auftrag des Landwirtschafts- und Umweltministeriums Schleswig-Holstein (MELUR) geben. Durch eine Verringerung der im Agrarbereich genutzten Pflanzenschutzmittel will das Ministerium Umweltbelastungen reduzieren.

Schleswig-Holstein will die Menge der eingesetzten Pflanzenschutzmittel minimieren. Foto: countrypixel/Fotolia

„Ziel ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Sinne der Anforderung der EU-Pestizid-Rahmenrichtlinie und des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) zu reduzieren“, sagt Schleswig-Holsteins Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck. Gleichzeitig sollen der Landwirtschaft dadurch aber „keine zusätzlichen finanziellen Lasten“ aufgebürdet werden.

Gutachten befürwortet Steuer auf Pflanzenschutzmittel

Das jetzt vorgelegte Gutachten des Helmholtz-Zentrums befürwortet die Besteuerung von Pflanzenschutzmitteln. Eine solche Steuer könnte für Landwirte Anreiz sein, möglichst wenig Pflanzenschutzmittel einzusetzen und dadurch Geld zu sparen. Positiver Nebeneffekt wäre, unerwünschte Umweltbelastungen durch zu hohe Mengen an Pflanzenschutzmitteln zu verringern.

Im Rahmen eines Fachgesprächs am 5. Oktober in Berlin stellt das Landwirtschafts- und Umweltministerium Schleswig-Holstein das Gutachten offiziell vor – und will damit eine differenzierte Diskussion anstoßen. „Wir müssen und werden auch die ökonomischen Auswirkungen einer solchen Steuer betrachten“, so Habeck. Entsprechend wäre es wünschenswert, dass die Einnahmen aus einer etwaigen Pflanzenschutzmittel-Steuer in die Landwirtschaft zurückfließen.