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Dr. Hermann Stürmer: Forschungsförderung:icht gegen, sondern mit der Wirtschaft

Klassische Forschungsförderung sei nicht Aufgabe des Agrarressorts, sagte Dr. Hermann Stürmer, Ministerialrat im Bundeslandwirtschaftsministerium, auf der 20-Jahr-Feier der Ciopora Deutschland. Die Aufgabe des Staates sei nicht Subvention, sondern bestehe darin, geeignete Rahmenbedingungen für Unternehmer zu schaffen. Stürmer betonte, das Verbraucher- und Produzenten-Interesse oder die bio- und konventionelle Produktion würden nicht gegeneinander ausgespielt. In die Züchtungsforschung bei Nahrungsmittelpflanzen sei in den vergangenen Jahren mehr investiert worden als bei Zierpflanzen, dennoch seien die Erfolge des Gartenbaus eindrucksvoll und stünden nicht hinter der Landwirtschaft zurück. Außerdem bestehe ein berechtigtes öffentliches Interesse an der Züchtung, denn in einer Zierapfel-Sorte von heute könnten beispielsweise morgen schon wichtige medizinische Inhaltsstoffe festgestellt werden! Die Züchtung diene unter anderem der Nutzbarmachung des genetischen Potenzials, der Erforschung von Krankheiten und Resistenzen sowie der Energie- und Nährstoffeffizienz. Laut Stürmer ist es ein ausgeprägtes Politikziel, die Eigeninitiative zu fördern. Begrüßt würden insbesondere Partnerschaften zwischen Privaten und der öffentlichen Hand. Mit Quedlinburg und Erfurt gebe es zwei Keimzellen für die Forschung, an die interessierte Züchtergruppen andocken könnten, so Stürmer. Das Bundeslandwirtschaftsministerium denkt über ein spezielles Programm zur Förderung der Züchtungsforschung nach. Dabei geht es nicht nur um Mais und Weizen, sondern es können sich auch Züchter anderer Pflanzen, beispielsweise Zierpflanzen beteiligen. Auch die Ciopora könnte sich einbringen.