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Dresden: Streit um Brückenbau

Proteste gegen den drohenden Verlust des Unesco-Titels Weltkulturerbe und für den Erhalt des Dresdner Elbtales: Eine über 200 Jahre alte Rotbuche wurde zum Symbol für die Erhaltung der natürlichen Umwelt. Sie wurde gefällt, um Baufreiheit für eine gigantische siebenspurige Anbindung der Brücke an das städtische Verkehrsnetz zu schaffen.

Aktivisten von "Robin Wood" hatten den Baum zuvor besetzt und in luftiger Höhe gegen die Fällung protestiert. Über Weihnachten und Neujahr - 34 Tage lang - hielten sie bei Regen und Frost die Buche besetzt. In der Nacht vom 14. zum 15. Januar 2008 stürmten schwarz vermummte Einheiten des Sondereinsatzkommandos das Gelände und holten die Besetzer vom Baum. Anschließend riegelten Bereitschaftspolizisten den Ort des Geschehens ab. Über 250 Beamte waren im Einsatz. Bürger protestierten. Doch schweres Gerät - Bagger und Hebebühnen - rückten aus der Lausitz an. In sechs Stunden hatten die Motorsägen ihre Arbeit vollendet. Landschaftsgärtner beteiligten sich nicht an der Nacht- und Nebelaktion! Nun ist die Buche tot. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Seit dem 14. Januar läuft ein Bürgerbegehren für einen neuen Bürgerentscheid. Dem Verwaltungsgericht Dresden liegen inzwischen 21 Klagen gegen den geplanten Brückenbau vor. Während die Bauarbeiten an der Elbe auf Hochtouren laufen, müht sich eine Arbeitsgruppe um Ex-Frauenkirchenbaudirektor Eberhard Burger um die Planung eines "welterbetauglichen" Brückenkompromisses.