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Dringender Bedarf an Entseuchungmitteln: Alternativen zur Bekämpfung der Bodenmüdigkeit fehlen

Die Frühjahrsbestellung in den Baumschulen steht an und es gibt aktuell keine zugelassenen Bodenentseuchungsmittel mehr, mit denen sie der Bodenmüdigkeit begegnen könnten. Den hohen Stellenwert, den das Problem für die Baumschulen einnimmt und das Bemühen seines Verbandes, Lösungen zu finden, zeigte Karl-Heinz Plum, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) in seinem Geschäftsbericht auf der Wintertagung des Verbandes in Goslar auf. Wie er ausführte, sind die Zulassungen der beiden bisher gebräuchlichen Bodenentseuchungsmittel Basamid Granulat und Metam-Fluid bereits im Verlauf des Jahres 2004 abgelaufen. Bis 2006 endete überdies die Aufbrauchfrist für Restbestände von Basamid Granulat. Auf Initiative des BdB und in Zusammenarbeit mit dem Versuchs- und Beratungsring Baumschulen Schleswig-Holstein hat laut Plum deshalb im vergangenen Jahr ein Fachgespräch mit einem großen Expertenkreis in der Biologischen Bundesanstalt (BBA) stattgefunden, an dem auch Verbandsvertreter teilgenommen hatten. In diesem Fachgespräch hat sich laut Plum bestätigt, dass es gegenwärtig keine Alternativen für den Einsatz von chemischen Bodenentseuchungsmitteln gibt und dass äußerste Dringlichkeit besteht, dass zumindest eines dieser Mittel, wenn nicht beide, für die Frühjahrsbestellung im Jahr 2007 zur Verfügung stehen muss. Um auf die Dringlichkeit des Problems hinzuweisen, habe der BdB außerdem im Nachgang zu diesem Gespräch gemeinsam mit den Versuchs- und Beratungsdiensten Baumschulen in Schleswig-Holstein und Weser-Ems die zulassenden Behörden entsprechend angeschrieben. Nach Plums Worten gibt es inzwischen offenbar Hoffnung auf eine Lösung.

So könnte es sein, dass die Anträge nach Paragraf 11 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz (regelt beispielsweise den Fall „bei Gefahr im Verzug“) zur vorübergehenden Zulassung beider Pflanzenschutzmittel, die von den Herstellern gestellt werden, Aussicht auf Erfolg haben. Ob und inwieweit es zu einer erneuten langfristigen Zulassung beider Pflanzenschutzmittel nach Paragraf 15 Pflanzenschutzgesetz kommt, sei dagegen einigermaßen offen. Aussicht auf Aufnahme der entsprechenden Wirkstoffe in den Anhang 1 der entsprechenden EG-Verordnung gebe es erst für das Jahr 2008. Möglicherweise müsse deshalb allein auf das erwähnte Zulassungsverfahren gemäß Pargraf 11 Absatz 2 Pflanzenschutzgesetz im Jahresverlauf 2007 gesetzt werden.