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Düngersektor legt zu, auch in der Forschung

Der Verbrauch von Mineraldüngern nimmt weltweit zu. Auch in Deutschland steige der Düngerabsatz, erwähnte Professor Dr. Hermann Kuhlmann – Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung – bei der Jahrespressekonferenz des Industrieverbands Agrar in Frankfurt.

163,7 Millionen Tonnen! Diese Zahl nennt der IVA für den weltweiten Absatz der drei Hauptnährstoffe (Stickstoff, Kalium, Phosphor) im Wirtschaftsjahr 2009/10. Das Niveau des Rekordjahres 2007/08 wurde zwar nicht erreicht, gegenüber 2008/09 war es aber eine Zunahme um 5,2 Prozent. Für das noch nicht abgeschlossene Wirtschaftsjahr 2010/11 prognostiziert man eine Zunahme um 3,8 Prozent. Die dann erreichte Menge von 177,9 Millionen Tonnen wäre ein neuer Rekordwert. 14,9 Millionen Tonnen Nährstoffe wurden im Wirtschaftsjahr 2009/10 in Europa abgesetzt. Dies waren sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. „In der laufenden Saison ist keine Umkehr der Entwicklung erkennbar“, ergänzt der IVA in seinem Jahresbericht.

Den Anstieg der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise sieht Kuhlmann als Hauptursache für den steigenden Mineraldüngerverbrauch. Die gestiegenen Preise für Dünger hätten sich nicht „verbrauchsdämpfend” ausgewirkt. Die Umsätze der IVA-Mitglieder im Fachbereich Pflanzenernährung stiegen im Jahr 2010 gegenüber 2009 um 35 Prozent, blieben aber niedriger als im starken Jahr 2008. Der Inlandsumsatz nahm prozentual weit stärker zu als der Export.

Wie sich dem IVA-Jahresbericht entnehmen lässt, ist auch bei der angewandten Forschung im Bereich Pflanzenernährung ein Aufwind spürbar. Neu sei beispielsweise das von der Universität Göttingen zusammen mit K+S Kali GmbH im November 2010 gegründete Institut für angewandte Pflanzenernährung in Göttingen.

In bestehenden Forschungseinrichtungen der Düngemittelindustrie – zum Beispiel bei der BASF (Limburgerhof) und bei Yara (Hanninghof in Dülmen) werde dem Thema Nährstoffeffizienz in Verbindung mit Aspekten des Klimawandels höchste Priorität eingeräumt, heißt es ergänzend. Globale Herausforderungen – Stichworte: Welternährung, Klimawandel – würden sich nur mit und nicht ohne Mineraldünger lösen lassen. (eh)