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Dürrejahr 2018: Höhere Preise für Herbstprodukte?

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Wie ist der Gartenbau von der „Jahrhundertdürre“ betroffen, von der Medien bereits sprechen? Bei den typischen Herbstprodukten wie Callunen, Schnitt oder Kürbissen scheint es den Gärtnern in vielen Fällen gelungen zu sein, der Trockenperiode erfolgreich Paroli zu bieten, so das Ergebnis einer stichpunktartigen Umfrage der Redaktion.

Typische Herbstprodukte wie Callunen und Kürbisse scheinen mit der „Jahrhundertdürre“ gut zurecht zu kommen. Foto: Pixabay

Callunen: ausreichende Mengen bei Gardengirls

Einen sehr guten Überblick bei diesem wichtigen Herbstprodukt hat sich der Heidezüchter Kramer (Gardengirls) bei Besuchen der Produzenten in den vergangenen Wochen von Hamburg bis zum Bodensee verschafft. „Die Pflanzen haben in den meisten Fällen in allen Anbaugebieten die Witterungsbedingungen gut überstanden. Die Frühsorten der Summer Line scheinen etwas kompakter zu sein und früher in Farbe zu kommen“, fasst Marketing- und Verkaufsberater Rudolf Sterkel zusammen.

Die Gärtner seien „von sechs Uhr morgens bis in die Nacht mit Wässern und Nährstoffkontrollen beschäftigt, das zehrt an den Kräften“, führt er weiter aus. Allerdings waren „Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Pilzkrankheiten aufgrund des mangelnden Niederschlags nicht notwendig“. Rudolf Sterkel erwartet bei den Gardengirls „ausreichende Mengen und gute Qualitäten“.

Höhere Erzeugerpreise für höheren Aufwand

„Diese Saison kann nur gut werden“, meint Gardengirls-Produzent Stefan Gerritzen vom Niederrhein. Wie viele Produzenten auch anderer Sparten geht er davon aus, dass viele Verbraucher aus dem Urlaub heimkommen und nur verdorrte Pflanzen vorfinden. Die sollen dann natürlich ersetzt werden, am besten gleich mit einer Herbstbepflanzung.

Rudolf Sterkel spricht sicher für Produzenten aller Segmente, wenn er sagt: „Es wäre gut, wenn er Produzenten für den höheren Aufwand angemessen höhere Erzeugerpreise erzielen könnten.“

Schnitt: Zeit für Längenwachstum fehlt

Durch die große Hitze wurden in den vergangenen Wochen bei vielen Kulturen mehrere Sätze zugleich schnittreif. „Das führte zu Wellenbewegungen, mal war zu viel Ware da, mal zu wenig“, fasst Reiner Wilk vom Blumengroßmarkt BZG in Frankfurt/Main die Aussagen regionaler Produzenten zusammen.

Den Pflanzen habe es „an Zeit für das Längenwachstum“ gefehlt, „insbesondere bei Sonnenblumen“. Daneben seien „Artikel, die erst ab September benötigt werden, jetzt schon reif, etwa Kürbis, Schneebeeren, Physalis oder Hagebutten“.

Kürbisse/Früchte: zuversichtlicher Blick auf Herbstsaison

Petra Geitner, Produzentin in den Hamburger Vier- und Marschlanden: „Alle Kürbispflanzen blühen und fruchten, Cucumis sind schon erntereif, Kiwanos ebenfalls schon gut gefärbt.“ Geitner blickt sehr zuversichtlich auf die Herbstsaison, „die Zierapfelbäume hängen so voll, dass wir sie abstützen müssen“.

Viele Stände auf dem Blumengroßmarkt Hamburg haben Mitte August schon auf den Herbst umgestellt.