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Dürreschäden: jetzt im Forst nachpflanzen

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Die Sommerdürre in Deutschland wird zu weiteren immensen Schäden im Wald führen. Davor warnt der Verband Deutscher Forstbaumschulen (VDF, Norderstedt) – und appelliert an die Waldbesitzer, Nachpflanzungen, wo immer es geht, jetzt vorzunehmen und nicht auf das Frühjahr zu verschieben.

Durch das Anpflanzen von Bäumen können Schäden im Wald ausgeglichen werden. Foto: Pixabay

Derzeit nur ein Teil der Waldschäden erkennbar

Derzeit seien maximal 60 Prozent der dürrebedingten Waldschäden wirklich schon erkennbar, sagt der Vorstandssprecher des VDF, Alan Paul: Im Wald hätten Trockenstress und günstige Witterung für die Schadinsekten dazu geführt, dass beispielsweise mehrere Generationen von Borkenkäfern bereits mehrere tausend Hektar an Nadelholz befallen und vernichtet haben.

Nun folgt dazu eine milde, fast trockene Witterung, sodass mehr Käfer als sonst überwintern könnten. Das lasse möglicherweise Schlimmes für das Frühjahr 2019 erwarten.

Verband warnt vor Pflanzstopp

Die Trockenheit und der extreme Mangel an Niederschlag in manchen Regionen sorgten derzeit für große Verunsicherung bei den Waldbesitzern, so Paul. Der Verband warnt die Forstbesitzer vor einem Pflanzstopp mit dem Argument trockene Waldböden: „Da die meisten Forstpflanzen in physiologischer Ruhe sind (Knospenruhe), ist die Gefahr des Vertrocknens geringer.“

Deshalb könne weiter gepflanzt werden und die kommende Winterfeuchtigkeit voll genutzt werden. „Den gesamten Winter sollte bei frostfreier Witterung unbedingt gepflanzt werden“, rät er.

Forstpflanzen stehen jetzt zur Verfügung

Forstpflanzen seien jetzt verfügbar, ökologisch wertvolles und zertifiziertes Vermehrungsgut dürfe in Zeiten der Sturm- und Dürreschäden nicht vergehen. „Knappes Pflanzgut muss aufgrund knappen Saatgutes unter dem Aspekt Waldumbau im Klimawandel schlau genutzt werden“, rät er. Gerade in Jahren wie diesem seien Waldbesitzer und Forstbaumschulen sehr aufeinander angewiesen, müssten sich intensiver denn je abstimmen.

Die derzeitige Lage könne die Forstbaumschulen in arge Bedrängnis bringen. Für viele Familienbetriebe sei es eine Frage des Überlebens: Ohne Herbstumsätze nach den schlechten letzten Jahren bangten viele um ihre Existenz.

Vernichtung hätte existenzielle Auswirkungen

Die Deutschen Forstbaumschulen unterliegen staatlicher Kontrolle und Waldgesetzen, verwenden mehr und mehr teuer zertifiziertes Saatgut. „Umso schmerzvoller und gefährlicher wird es für diese Produzenten, wenn das fertige Pflanzgut jetzt nicht abfließt und vernichtet werden muss“, so Paul.

Wenn es weiter wachse, werde es zu groß für den Forst. „Wir sitzen dann auf dreistelligen Millionenbeträgen an Pflanzen“, sagt der Baumschulvertreter.