Alle News

"Duits product, dichterbij dan u denkt"

Bestellungen bis mittags um zwölf Uhr werden nachmittags gleich aufbereitet und vom Spediteur gegen 17 Uhr abgeholt. So schildert Gerard de Regt – Betriebsleiter Produktion und Prokurist bei der Baumschule Ahlers in Westerstede – wie die Abwicklung der von FloraHolland via Tradepark Bremen vermittelten Aufträge in diesem Betrieb in Westerstede erfolgt. Die Containerbaumschule Ahlers zählte zu den Erstausstellern auf der FloraHolland Trade Fair (2. bis 4. November 2011) und zu den Ausstellern in der „Deutschen Straße“ dieser Fachmesse in Aalsmeer. 

Der Gang 27 war zur Hälfte mit den Exponaten deutscher Gärtnereien bestückt. Auf der einen Seite waren die Baumschulen, auf der anderen Seite überwiegend Zierpflanzenbauer aus Nordrhein-Westfalen. „Duits product, dichterbij dan u denkt!“ – mit diesem Motto („Deutsche Produkte, näher dran als Sie denken!“) präsentierten die Betriebe Beispiele aus ihren Sortimenten.

Unter anderem eben die Baumschule Ahlers. Sie nutzt die Möglichkeit, mit dem von FloraHolland eingerichteten neuen Tradepark Bremen neue Kundenkreise gewinnen zu können. Etwa eine Stunde Fahrtzeit ist ihr Standort vom Tradepark Bremen entfernt. 35 Hektar groß ist diese Westersteder Baumschule. Beerenobst und andere Laubgehölze (vom Ein- bis Fünf-Liter-Container), Rhododendren (Fünf-Liter-Container), Japanische Azaleen (Zwei-Liter-Container), kleinere Koniferen, Bodendecker sowie ein breites Sommerpflanzenprogramm – einschließlich Dahlien – stehen im Vordergrund.

Am Stand von Ahlers bei der Trade Fair gab es unter anderem „Wellness-Obst“, Aronien und Schlehen als zweijährige Pflanzen in Zwei-Liter-Rosenecktöpfen. Diese Pflanzen werden größtenteils an Großhandel, Gartencenter und Baumarktketten vermarktet. Edellaubgehölze wie Magnolien, Syringa und verschiedene Prunus-Arten – gleichermaßen in Zwei-Liter-Containern – sind ein Bereich, der nach Angabe von De Regt noch weiter ausgebaut wird.

Aus dem Herzen Ostfrieslands

Schon einmal – vor zwei Jahren – war die in Wiesmoor ansässige Baumschule Ulpts & Schütte als Aussteller auf der Trade Fair in Aalsmeer. Mit der „Deutschen Straße“ sei die Teilnahme interessanter geworden, sagt Verkaufsleiter Marco Gruhlke. Das Unternehmen versteht sich als „Containerbaumschule im Herzen Ostfrieslands mit vielfältigem Sortiment aus eigener Großserienproduktion“. Die im rauen ostfriesischen Klima gewachsenen Gehölze seien abgehärtet und widerstandsfähig.

Highlights der Aalsmeerer Präsentation von Ulpts & Schütte waren die Magnolien (Fünf-Liter-Container) und die Hibiscus inhochgezogenen Drei-Liter-Containern. Seit vier Jahren besteht eine Verbindung zu FloraHolland Connect, der Vermittlungsorganisation des niederländischen Vermarkters.

Heckenkoniferen bis „Rhodos“

„Wir setzen unter anderem auf Heckenkoniferen“ – hieß es am Stand der Baumschule Lüers. Das Unternehmen aus Westerstede mit seiner Betriebsfläche von über 40 Hektar war zum dritten Mal als Aussteller auf der Aalsmeerer Trade Fair. Es zeigte Heckenpflanzen wie Thuja und Chamaecyparis in Fünf- und Zwei-Liter-Containern, aber auch weihnachtlich dekorierte Zuckerhutfichten. Generell ist es eine Baumschule mit breitem Programm.

Auch die Containerbaumschule Warnken (Friesoythe-Edewechterdamm) hat schon dreimalige Trade Fair-Erfahrungen. Neben Kirschlorbeer stellte sie Salix-Hochstämme in verschiedenen Größen – unter anderem in Fünf-Liter-Containern – heraus.

Im Sortiment bei Saterplant (Scharrel) rückten die Bodendeckerrosen mit in den Vordergrund, darunter solche in 13er-Töpfen. Saterplant-Geschäftsführer Jan Schlangen stellte in Aalsmeer unter anderem auch die buntlaubigen Efeu (9er-Topf) und die Japanischen Azaleen (Zwei-Liter-Topf) heraus. Als Produktionsschwerpunkte dieses Betriebes gelten Bodendecker- und Buchssstecklinge, Buxus-Fertigpflanzen, Koniferen als Jungpflanzen und im Container, Prunus laurocerasus. Die Hauptabsatzstrukturen sind ausgerichtet auf weiter produzierende Baumschulen, Wiederverkäufer, Absatzgenossenschaften, Direktvermarkter, Baumärkte und Großhandel. Seit längerem liefert Saterplant auch nach Holland, so nach Aalsmeer und Naaldwijk. Schlangen bewertet das Herbstgeschäft 2011 als „eher schwach“, was auch von anderen Betrieben zu hören sei. Koniferen wären aber besser gelaufen als gedacht, offenbar zu Lasten von Kirschlorbeer.

Rhododendren spielen eine Hauptrolle bei Gerdes Baumschule von Arno und Insa Gerdes in Westerstede. Ein großer Teil davon wird über FloraHolland Connect vermittelt, unter anderem an Geschäfte des Discount-Einzelhandels. Etwa 250.000 Rhododendren waren es dieses Jahr. Wie Arno Gerdes anmerkte, ist die Nachfrage größer als das Angebot.

Auch „Engels Hand“ spielte mit

„Blumen aus Engels Hand!“ Mit diesem Slogan wirbt die Gärtnerei Engels in Pulheim-Sinnersdorf. Sie zählte zu den Zierpflanzen-Ausstellern in der „Deutschen Straße“. Der Betrieb mit seinem Standort in der Kölner Bucht stellte Poinsettien, Azaleen und Helleborus heraus. Neben anderen Absatzwegen – so dem Stand am Blumengroßmarkt Köln – setzt Engels seit zwei Jahren verstärkt auch auf Absatz über FloraHolland. An der Trade Fair Aalsmeer beteiligte sich Engels zum ersten Mal.

Gartenbau Baumgartner ist ein auf Spezialitäten ausgerichteter Betrieb mit 8.000 Quadratmeter Gewächshausfläche im niederrheinischen Kleve. Bei seiner erstmaligen Beteiligung auf der Trade Fair Aalsmeer rückte Thomas Baumgärtner die Clerodendrum thompsoniae in 13er-Töpfen nach vorn. Er produziert diesen als Zimmerpflanze genutzten „Losstrauch“ auch in 9er- und 15er-Töpfen. Kalanchoe ‘Mirabelle’ und Portulak in 23er-Schalen waren die anderen Hauptakteure an diesem Stand.
Am benachbarten Stand von Paul Cox – ebenfalls Erstaussteller – gaben die Helleborus den Ton an. „Wir machen die Christrosen in großen Stückzahlen“, so wurde angemerkt. Es sind große Exemplare im Drei-Liter-Container ebenso wie kleine Pflanzen im 12er-Topf. Jahreszeitgemäß standen an mehreren Ständen der „Deutschen Straße“ die Poinsettien im Vordergrund, so bei den Beiträgen von Gärtnerei Pöstgens-Haeffs und von Gärtnerei Dehne. Poinsettien gab es auch am Stand der Gartenbauzentrale Papenburg (GBZ). Außerdem stellte die GBZ Primeln und Schlumbergera heraus.

Stauden, Ziergräser, Schnittgrün

Mit Fourné-Staudenkulturen aus Langerwehe-Heistern und Stauden Peters aus Kranenburg hatten auch zwei Staudengärtnereien ihre FloraHolland Trade Fair-Premiere. Das Staudenangebot konsequent nach Farbthemen zu gliedern – dies war das Kernthema der von Peter Dohmen geleiteten, seit 1946 bestehenden Firma Fourné-Staudenkulturen aus Langerwehe.

Frühe, sommergrüne Ziergräser

Bei Stauden Peters ging es um Ziergräser. „Wir zeigen“ – so stellte Julia Schwarzer heraus – „dass wir sommergrüne Ziergräser schon ab Februar anbieten können!“ Gewöhnlich seien solche Pflanzen zu einem solch frühen Zeitpunkt am deutschen Markt noch nicht verfügbar. Die frühen Gräser produziert dieser Staudenbetrieb in seiner portugiesischen Produktionsstätte. Ab Februar sind beispielsweise Acorus gramineus, Cortaderia selloana und mehrere Carex-Arten erhältlich, eine breitere Palette – darunter die Miscanthus – dann ab April. Miscanthussinensis ‘Gold Bar’ war zu sehen, ein gelb-grün quergestreifter Chinaschilf, kompakter wachsend als Miscanthussinensis ‘Strictus’.

Das Thema Schnittgrün brachte die Firma Gebrüder Nowak in die Aalsmeerer „Deutsche Straße”. Dies ist ein Produktions- und Vermarktungsbetrieb für Schnittgrün und Ziergehölze mit Sitz in Borken, wobei die Herstellung von dekorierten Kränzen ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Auf seiner Internetseite (www.gebr-nowak.de) stellte das niederrheinische Unternehmen seine Weymouthkiefer heraus: „Hier sind wir der führende Produzent in Europa!“