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Düngeverordnung: Flächentausch bei Novellierung berücksichtigen

Unter anderem über das Thema Novellierung der Düngeverordnung (DüV) diskutierte am 4. Februar die Bundesfachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse auf ihrer Vorstandssitzung in Berlin vor Beginn der Fruit Logistica.

Über den aktuellen Stand der Novellierung informierte nach Angaben der Bundesfachgruppe Dr. Carmen Feller vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ).

Eine kleine Arbeitsgruppe für den Gemüsebau hatte Vorschläge erarbeitet, deren Praxistauglichkeit und Machbarkeit diskutiert und in vielen Teilen akzeptiert wurde. Die Vorstandsmitglieder sahen damit eine gewisse Umsetzungsmöglichkeit in Gemüsebaubetrieben.

Die Vorschläge der Arbeitsgruppe würden zurzeit weitestgehend in dem Novellierungsvorhaben berücksichtigt. Kritisch blieben jedoch die wachstumsbedingten unvermeidlichen Stickstoffüberschüsse, besonders bei den Spezialbetrieben, die Blumenkohl und Brokkoli anbauen und auf einen Flächentausch mit vorwiegend landwirtschaftlichen Betrieben angewiesen sind.

Sehr kritisch wird gesehen, dass der für den Gemüsebau und für die gute landwirtschaftliche Praxis erforderliche Flächentausch zu wenig bei der Düngebilanz berücksichtigt wird. Es müsse eine Möglichkeit geben, den notwendigen Flächentausch entweder betriebsübergreifend zu bilanzieren oder mit einem Bonus zu berücksichtigen, forderten die Vorstandsmitglieder der Fachgruppe Gemüsebau einstimmig.

Die aktuelle Novelle der Düngeverordnung war zudem Thema beim Landtechnischen Kolloquium der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Groß-Umstadt am 30. Januar. Dort stellte Dr. Peter Oswald vom Referat 511 Pflanzenbau des Bundeslandwirtschaftsministeriums einen Statusbericht zur Novelle der DüV vor.

Diese Überarbeitung stelle, auf der Basis verschiedener nationaler und EU-Rechtsgrundlagen, einen wesentlichen Bestandteil des deutschen Aktionsprogrammes zur Umsetzung der EG-Nitratrichtlinie dar. Eine Umsetzung ist bis Ende des Jahres geplant, aber „wir wissen zurzeit nicht, ob wir diesen Zeitplan einhalten können“, so Dr. Oswald. Er erläuterte daneben laut DLG die Ergebnisse der Evaluierung der bestehenden DüV und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen der Bund-/Länder-Arbeitsgruppe. Unter anderem resultierten aus diesen Empfehlungen:

  • Änderungen in der Begrenzung der Düngemittelausbringung,
  • beispielsweise durch ein Sollwertsystem mit verbindlichen Vorgaben für Zu- beziehungsweise Abschläge und entsprechender Dokumentation,
  • Anpassungen bei den Zeiträumen, in denen Düngemittel nicht auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht werden sollten,
  • die Einbeziehung von Gärresten in die 170 Kilogramm N-Regelung,
  • zukünftige Regelungen für die Ausbringung von Düngemitteln auf stark geneigten Flächen, gefrorenen und schneebedeckten Böden und in der Nähe von Gewässern sowie
  • neue Anforderungen an die Ausbringungstechnik.

Insbesondere der Zeitplan und die genauen Ausprägungen in Details der DüV-Novelle wurden von den Teilnehmern der DLG-Veranstaltung diskutiert, gerade auch mit Blick auf notwendige Investitionen in Düngetechnik und Lagerhaltung. (hlw)