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Eichenprozessionsspinner: Akute Allergie-Gefahr ab März

Jetzt wird wieder die Gefahr von Allergien durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners akut. Darauf macht die Gartenbau-Berufsgenossenschaft aufmerksam. In den letzten Jahren hat sich demnach der Eichenprozessionsspinner verstärkt ausgebreitet. 

Etwa ab Mitte März ist mit dem ersten Befall von Eichenbäumen und – den Präventionsexperten der Gartenbau-BG zufolge – mit den ersten Allergien bei Beschäftigten, die mit Baumpflegearbeiten betraut sind, zu rechnen.
Einzelbäume oder kleine Baumgruppen, die gut von der Sonne beschienen werden, sind bevorzugte Plätze der Tiere. Mit Beginn der Vegetationszeit schlüpfen die Raupen und durchlaufen bis zum Juni/Juli insgesamt sechs Raupenstadien bevor sie sich dann verpuppen.

Nach der zweiten Häutung im dritten Larvenstadium verfügt die Raupe über feine Härchen (Spiegelhaare), die auch nach der Verpuppung in Form von Raupenhäuten im Nest verbleiben. Diese etwa zwei Zentimeter langen Spiegelhaare können den Angaben zufolge abbrechen und dabei darin vorhandene lösliche Proteine freisetzen. Über die Haut oder Schleimhaut aufgenommen, könne dies beim Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen führen.

Ein direkter Kontakt mit den feinen Brennhaaren sei dabei nicht erforderlich. Denn auch aus bereits verlassenen, zum Teil sehr großen Raupennestern könnten sich durch Wind allergieauslösende Härchen herauslösen und bis zu 200 Meter weit getragen werden. Die allergieauslösenden Brennhaare können mehrere Jahre überdauern und somit eine anhaltende Gefahr für Mensch und Tier darstellen.

Besondere Gefahr bestehe bei gärtnerischen Pflegearbeiten, heißt es weiter. Vom Baum abgelöste Raupennester, die zu Boden gefallen sind, können beim Arbeiten mit motorbetriebenen Pflegegeräten, wie beispielsweise dem Laubgebläse, aufgewirbelt werden. In der Luft schwebende Brennhaare befallen dann Haut und Schleimhäute noch massiver. Personen in der Umgebung seien hier einer erheblichen Gefahr ausgesetzt, die damit weit über das im gärtnerischen Bereich eingesetzte Personal hinausgeht.

Die Bekämpfung erfolgt in der Regel ab März und sollte vor dem dritten Raupenstadium abgeschlossen sein. Bei der mechanischen Bekämpfung sei in jedem Fall folgende persönliche Schutzausrüstung zu tragen:

  • Einwegschutzanzug,
  • Augenschutz,
  • Maske mit einem Filter (FFP2),
  • Handschuhe und
  • Gummistiefel.

Die Maske sollte laut Gartenbau-BG das gesamte Gesichtsfeld abdecken. Besondere Achtsamkeit ist auf die Kleidungsübergänge zwischen Einwegschutzanzug und Gummistiefel sowie Einwegschutzanzug und Handschuhen zu richten, da diese Hautbereiche durch Streckbewegungen im Arbeitsablauf oft ungeschützt sind. Die am Einwegschutzanzug vorhandene Kapuze ist zu benutzen, damit Hals und Nackenbereich geschützt sind.

Bei der Bekämpfung der Raupennester und der darin haftenden Raupenhäute sei grundsätzlich darauf zu achten, dass bei der mechanischen Beseitigung eine Verwirbelung vermieden wird. Daher wird von einem Abflammen der Nester oder Beseitigung mit einem Wassersprühstrahl abgeraten. Raupen können vor dem dritten Larvenstadium mit Bacillus thuringiensis-Präparaten behandelt werden. Auch mit Bindemitteln, wie beispielsweise Sprühkleber, wird eine Verwirbelung vermieden. Im Regelfall werden Gespinstnester einschließlich Raupen, Gifthaaren und Häutungsresten mit einem speziellen Staubsauger abgesaugt. In den Arbeitspausen ist darauf zu achten, empfehlen die Präventionsexperten, dass keine Verschleppung durch kontaminierte Kleidung in „unbelastete Bereiche“, wie beispielsweise den Bauwagen, erfolgt.

Nach Beendigung der Arbeiten sind, so heißt es hierzu, alle verwendeten Geräte und Hilfsmittel mit viel Wasser zu reinigen. Entstehendes Abwasser wird der Kanalisation zugeführt und nicht über Sickerflächen abgelassen, da letzteres wiederum zur konzentrierten Anreicherung von allergieauslösenden Härchen führen würde. Einwegschutzanzüge sind in verschließbaren Müllsäcken zu entsorgen. Die anderen Schutzausrüstungsgegenstände sind so zu reinigen, dass keine Raupenhaare mehr anhaften. (ts/gbg)