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Einschnitte für BBA und FAL befürchtet

Um die Zukunftsfähigkeit seiner Ressortforschung sicherzustellen, will das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) "bürokratische Abläufe straffen und die Strukturen effizienter gestalten". Nur dann, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Peter Paziorek, hätten alle Akteure in Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, die Verbraucher und auch die Steuerzahler einen optimalen Nutzen von der Ressortforschung.

Noch im September sollen die Eckpunkte des neuen Konzeptes zu den künftigen Aufgaben und Strukturen der Bundesforschungsanstalten vorgestellt werden. Das Konzept soll dabei auch berücksichtigen, dass in den Forschungseinrichtungen seit 1996 bereits rund 800 Stellen auf mittlerweile 2770 Stellen abgebaut wurden.

Zur Ressortforschung des BMELV gehören sieben Bundesforschungsanstalten, darunter die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL, Braunschweig), die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA, Berlin und Braunschweig), die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ, Quedlinburg) und die Bundesforschungsanstalt für Holz- und Forstwirtschaft (BFH, Hamburg).

Ferner gehört die Zentralstelle für Agrardokumentation und Information (ZADI) dazu, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie sechs Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, darunter das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ, Großbeeren/Erfurt) oder das Leibniz-Institut für Agrartechnik Bornim (ATB, Potsdam-Bornim).

Schlimmes für den Standort Braunschweig, wo gerade im Kommunalwahlkampf die Wahl des künftigen Oberbürgermeisters ansteht, fürchtete die Braunschweiger Zeitung am 31. August. Demnach drohten Einschnitte und im schlimmsten Fall sogar die Zerschlagung von BBA und FAL. Doch dies sei Spekulation, meinten sowohl das BMELV als auch der Senat der Bundesforschungsanstalten gegenüber der TASPO. Klar sei lediglich, so Dr. Michael Welling vom Senat der Bundesforschungsanstalten, dass die Bundesforschungsanstalten neu aufgestellt würden und der Personalbestand vorerst weiter um 1,5 Prozent pro Jahr reduziert werde. Letzteres sei aber ohnehin Vorgabe für alle Bundeseinrichtungen. Der noch amtierende Braunschweiger Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann hat unterdessen Braunschweiger Bundestagsabgeordnete sowie Regionalvertreter von SPD und CDU angeschrieben und um Unterstützung für den Erhalt der beiden Bundesforschungsanstalten in der Stadt gebeten. Er sei besorgt, weil nach wie vor keine Klarheit zur Strukturreform seiner Forschungseinrichtungen bestehe.