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Energieeffiziente Gewächshäuser: frische Gelder aus Berlin

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Das Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau geht in die nächste Runde. Insgesamt 75 Millionen Euro will der Bund für die nächsten vier Jahre bereitstellen.

Gewächshaus-Neubauten, die wesentlich zur Energieeinsparung und damit zum Klimaschutz beitragen, sind im Rahmen des Bundesprogramms Energieeffizienz besonders förderungswürdig. Foto: Ruud Morijn/Fotolia

Wie geht es weiter beim Bundesprogramm Energieeffizienz?

Nachdem aufgrund der hohen Nachfrage bereits im März dieses Jahres das Gesamtbudget in vollem Umfang ausgeschöpft war, wurden die 25 Millionen Euro für 2018 um weitere acht Millionen Euro aufgestockt. Auch in der kommenden Legislaturperiode sind pro Jahr 25 Millionen Euro im Bundeshaushalt vorgesehen.

„Für die im Koalitionsvertrag vorgesehene Fortsetzung des Bundesprogramms 2019 bis 2021 sind insgesamt 75 Millionen Euro eingeplant“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am 7. September bei ihrem Antrittsbesuch im Gartenbau im Gensinger Gartenbau-Betrieb Kientzler.

Energieeffiziente Gewächshaus-Neubauten besonders förderungswürdig

Und weiter: „Wir arbeiten daran, in Zukunft die Fördermaßnahmen auf die Bereiche zu konzentrieren, die besonders förderwürdig sind.“ Darunter Gewächshaus-Neubauten, die wesentlich zur Energieeinsparung und damit zum Klimaschutz beitragen, so die Ministerin.

Neben der Budget-Diskussion geht es auch um die Bearbeitung der Förderanträge. Projekte dürfen erst nach einer Bewilligung begonnen werden. Christian Haase, Kommunalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, hofft, „dass viele Antragsteller noch in diesem Jahr ihre Bewilligung erhalten und mit der Umsetzung beginnen können“.

Engpässe durch Personalmangel?

Weiter sagte er gegenüber dem Mitgliedermagazin ZVG Gartenbaureport des Zentralverbands Gartenbau (ZVG): Die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) arbeite unter Hochdruck daran. „Das hat man mir versichert und daran habe ich keine Zweifel“, so Haase.

Engpässe könnte es allerdings durch zu wenig Personal im BLE geben. „Die Anzahl der Aufgaben der Behörde ist über die Jahre stetig gestiegen, ohne dass die Stellen in gleichem Maße erhöht wurden“, so Haase.

Seiner Forderung nach einem „entsprechenden Stellenaufwuchs“ wird bereits nachgegangen. Das BLE will laut Stellenausschreibung unter anderem drei Sachbearbeiter für die „Projektgruppe 515 – Bundesprogramm Energieeffizienz“ in Bonn einstellen – ab sofort und befristet bis 31. Dezember 2019.

Was bislang gefördert wurde

Der Evaluationsbericht zum Bundesprogramm Energieeffizienz zeigt, dass 2016 bis 2017 bei den Einzelmaßnahmen „technische Modernisierung“ 27 Prozent der Anträge für Ventilatoren gestellt wurden. Rund zwölf Prozent entfielen auf Pumpen und zehn Prozent auf LED-Beleuchtung.

Weniger Anträge wurden im Bereich elektrische Motoren und Kälteerzeugungsanlagen (je zwei Prozent) eingereicht. Anträge zur Gewächshaushülle, Klimaregelung, Energieschirme und Wärmespeicher machten nur rund fünf Prozent aus.

Dieser Artikel ist Bestandteil des neuen TASPO extra Gewächshaus/Energie, das am 21. September in der TASPO 38/2018 erscheint. Darin finden Sie unter anderem unsere Redaktionsumfrage zum Thema „In eine neue Gewächshaus-Anlage investieren oder nicht?“