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Energiekosten bereiten zunehmend Sorgen: Sächsische Gärtner suchen nach Lösungen

Das Problem Energiekosten belastet zunehmend den sächsischen Gartenbau und seine Zukunft. Wir haben nach der Wende unseren Standort bestimmt, sagte der Präsident des Landesverbandes Gartenbau Sachsen, Winfried Kaiser, zum Gartenbautag 2006 in Oschatz, wir haben unser technisches Niveau, unsere Absatzwege und unser ganzes Wissen den neuen Anforderungen des Marktes angepasst, aber, wie wir die wachsenden Energiekosten bewältigen sollen – das wird zunehmend schwieriger. Es gehe an die Substanz der Betriebe, die finanziellen Engpässe nähmen erschreckend zu, immer mehr käme das Gefühl der Ratlosigkeit auf. Was die alternativen Energiequellen betreffe, da zeichne sich – jedenfalls im Moment – auch keine glückliche Lösung ab. Kaiser bekräftigte noch einmal den Schritt des Landesverbandes, wieder in den Zentralverband Gartenbau (ZVG) einzutreten. Nur ein starker ZVG könne erfolgreiche Lobbyarbeit zum Nutzen der Gärtner betreiben. Zur Situation im sächsischen Verband betonte Kaiser, es hätte sich nach der Wahl des neuen Vorstandes eine sachliche Atmospäre durchgesetzt. Das überzeugende Votum der Mitglieder für den neuen Vorstand und die Satzung bestimme die Linie der Verbandsarbeit. Speziell die neue Satzung ermögliche den Mitgliedern mehr Mitsprache bei den Vorhaben und Entscheidungen des Verbandes. ZVG-Präsident Karl Zwermann dankte dem sächsischen Verband für das Zurückkehren in das Netzwerk des Gartenbaus, den Zentralverband. Was das Energieproblem betreffe, so zeige sich derzeit und im Vergleich zu früheren Ansichten des ZVG, dass sich das Verbrennen von Getreide nicht als eventuelle Lösung für den Gartenbau anbiete. Die 2,5 Millionen Tonnen Überschuss-Getreide würden komplett von den Biogasanlagen genutzt. Nicht verkneifen konnte sich Zwermann einen Seitenhieb in Sachen Bundesgartenschau beziehungsweise Internationaler Gartenbauausstellung. Man habe sie in den ersten Nachwendejahren nach Dresden oder Leipzig bringen wollen, aber dieses Vorhaben sei danach leider an der Landespolitik gescheitert. Zum Thema Landesgartenschauen betonte der Präsident der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Dr. Hartmut Schwarze, die Unterstützung des Landes für die 5. Landesgartenschau 2009 im vogtländischen Reichenbach. Sein Haus sehe sich als Dienstleister für den sächsischen Gartenbau und unterstreiche das jetzt durch die verstärkte Bearbeitung von betriebswirtschaftlichen Projekten, die das Ziel hätten, Reserven für die Gartenbaubetriebe aufzudecken. Erste Ergebnisse würden noch in diesem Jahr veröffentlicht. Intensiv beschäftige man sich auch mit dem zentralen Problem Energie. Optimale Lösungen gebe es nicht, aber er halte es angesichts von Forschungsergebnissen durchaus für möglich, zehn Prozent des Energiebedarfes durch die gezielte Steuerung von Wachstumsprozessen im Gewächshaus einzusparen. Zum Thema Energie werde es im Spätherbst in der Gärtnersiedlung Thiendorf bei Dresden einen Work-shop geben.